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Kultur Mireille Mathieu singt in der Hamburger Elbphilharmonie 
Nachrichten Kultur Mireille Mathieu singt in der Hamburger Elbphilharmonie 
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00:19 29.04.2018
Mireille Mathieu in der Hamburger Elbphilharmonie. Quelle: JAZZ ARCHIV HAMBURG
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Hamburg

  Mit ihrer alten Liebe, dem französischen Chanson, ist sie wieder auf Reisen: Die Sängerin Mireille Mathieu tritt in diesen Tagen im Rahmen ihrer Welttournee in Deutschland auf. Aber sie singt auf der Bühne nicht nur in ihrer Heimatsprache, sondern präsentiert auch zahlreiche ihrer deutschen Hits. Am 7. Mai kommt sie nach Hannover.

Mireille Mathieu in der Hamburger Elbphilharmonie.

Markanter Pagenschnitt, schwarzes Kleid, strahlendes Lächeln, seit Jahrzehnten hat sich an dem „Spatz von Avignon“ wenig verändert. Und so treu wie sich die 71-Jährige selbst bleibt, so treu sind ihr ihre Fans. Als Mathieu vor wenigen Tagen in der Elbphilharmonie die Bühne betritt, springen die Zuschauer auf und applaudieren, sie jubeln. Standing ovations, und das bevor der allererste Ton gesungen ist. Ein seltener Anblick.

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Und dann singt sie. Und wie sie singt. Mit ihrer klaren, kräftigen Stimme und ihrer markant-deutlichen Artikulation der Texte hat sie auch heute noch keinerlei Probleme, die großen Konzertsäle auszufüllen. Sie breitet die Arme aus, begleitet ihre Lieder mit weit ausgreifenden Gesten. So als wolle sie ihr Publikum umarmen. Und das Publikum lässt sich umarmen. Mathieu singt „La Paloma Adieu“ (in Hamburg, natürlich), sie singt „Un dernier mot d’amour“, sie singt „Mon credo“, alles begleitet von acht Musikern und drei Backgroundsängern. 

Dazwischen immer wieder ihre deutschen Klassiker: „An einem Sonntag in Avignon“, „Santa Maria“, „Akropolis adieu“. Und nach jedem Lied strömen Zuschauer zur Bühne, überreichen ihr Blumen, Geschenke, sogar eine Trikolore. Mireille Mathieu schafft es kaum, nach ihren Songs im Scheinwerferlicht stehen zu bleiben, um den Applaus zu genießen. Stets geht sie zum linken Ende der Bühne oder zum rechten Ende, und manchmal auch zu beiden, um all die Präsente entgegenzunehmen.

Natürlich singt die 1946 in Avignon geborene Mireille Mathieu auch Lieder der großen Édith Piaf. Ihre Chansons hatte sie in jungen Jahren im Radio gehört, sie war der Grund für Mathieu, mit dem Singen zu beginnen. Mit Piafs „La vie en rose“ gewann sie 1964 einen Gesangwettbewerb und durfte anschließend in der Fernsehsendung „Télé-Dimanche“ auftreten. Es war der Beginn ihrer Karriere. Auch international wurde sie schnell bekannt. 1966 trat sie in der „Ed Sullivan Show“ in den USA auf, 50 Millionen Zuschauer sahen zu, auch in Deutschland gelang ihr schnell der Durchbruch.

Ab 1969 entstanden mehr als 100 Songs mit deutschen Schlagertexten für Mathieu. Da sie der deutschen Sprache damals noch nicht mächtig war, sang ihre Kollegin Katja Ebstein Demoversionen ein, Mathieu lernte die Texte dann nach Gehör. Ihr erster deutschsprachiger Hit war „Hinter den Kulissen von Paris“, den sie auch in der Elbphilharmonie spielte. Dort bewies Mireille Mathieu auch, dass sie in vielen Sprachen singen kann. Zu hören waren unter anderem kleine Liedauszüge auf Japanisch, Chinesisch, Spanisch und Italienisch. 

Was Mireille Mathieu noch immer tief bewegt, ist der Tod ihrer Mutter, die 2016 starb. Als Mathieu „Maman la plus belle du monde“ singt, wackelt ihre Stimme ein wenig vor Trauer. Im Gespräch nach dem Auftritt verrät sie, wie sehr sie der Tod immer noch mitnimmt. Aber die schwere Zeit habe ihr auch Energie gegeben, an einer Klassik-CD zu arbeiten mit Musik von Schubert, Brahms, Tschaikowsky. Die, so verrät sie, soll im Herbst erscheinen. 

Zum Abschluss des Hamburger Konzerts singt sie Piafs „Je ne regrette rien“ und ganz am Ende mit viel Schwung „Prends le temps“. Ob sie in Hannover dieselben Lieder präsentiert, wollte niemand verraten. Es könne durchaus Änderungen im Repertoire geben, hieß es. Man wird es sehen, an einem Montag in Hannover.

Mireille Mathieu tritt am 7. Mai um 20 Uhr im Theater am Aegi auf. Tickets kosten zwischen 47,50 und 99,25 Euro.

 

Von Kristian Teetz