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00:29 22.10.2015
Bonbonbunt und süß: Joris im Capitol. Quelle: Isabel Christian
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Hannover

Ein Konzert von Joris ist wie eine Dose Bonbons. Die Sorte mit den vielen Farben, von denen nie ganz klar ist, wonach sie eigentlich schmecken. Die, die so herrlich an den Zähnen klebt. Von der man noch eins und noch eins nimmt, obwohl das Zeug eigentlich nur aus Zucker und Aroma besteht. Ach, egal, noch eins. Genau so bonbonbunt und süß ist Joris' Auftritt im Capitol. 

Mit "Herz über Kopf" hat der 26-Jährige aus Bremen, der in Berlin und Mannheim Musik studierte, diesen Sommer den Durchbruch geschafft. Die Single läuft im Radio mehrfach am Tag und Joris musste seine Konzerttour ausweiten, weil die Nachfrage so groß ist. In Hannover wurde das Konzert vom Musikzentrum ins Capitol verlegt und auch hier wurden alle rund 1600 Karten verkauft. 

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Joris spielt mit dem Fakt, dass viele Fans wohl vor allem wegen seines Hits gekommen sind. Hin und wieder singt er den Refrain oder spielt auf Gitarre und Klavier ein paar Töne an. Der Mann weiß natürlich,  dass man den Hit erst am Ende spielen soll. Sonst hört ja keiner mehr zu. Aber bei ihm ist das nicht so sicher. Denn der Rest seiner Songs ist durchaus bemerkenswert.

Bonbonbunt und süß: Der Auftritt von Joris im Capitol verzauberte die Fans – und zwar vor allem die weiblichen Fans.

Bittersüße Balladen, Party-Pop, ein bisschen Elektro. Dazu Texte von Herz und Schmerz, aber auch vom Leben als junger Mensch zwischen Ängsten und Hoffnungen.  Nicht umsonst hat Joris sein Debütalbum "Hoffnungslos hoffnungsvoll" genannt. Er scheint bei den Musikfans einen Nerv getroffen zu haben, die Platte stieg auf Platz 3 der Albumcharts ein. 

Joris gehört, wie Philipp Dittberner (Wolke 7), Philipp Poisel (Eiserner Steg) und Mark Forster (Flash mich), zu einer Singer-Songwriter-Generation, die man vielleicht als Neue Deutsche Romantik bezeichnen kann. Sie mischen klassische Balladen mit Gitarre oder Klavier mit Popelementen, Rap und Elektro und singen dazu moderne deutsche Texte, die gefühlvoll, aber ohne Schnörkel und Kitsch daherkommen.  

Begleitet von einem vielstimmigen Fanchor singt Joris an der E-Gitarre den Refrain von  "Bis ans Ende der Welt". Wie ein Erdbeer-Sahnebonbon, das langsam auf der Zunge zergeht. 

Von Isabel Christian

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