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Kultur Molly Hatchet rocken auch vor kleinem Publikum
Nachrichten Kultur Molly Hatchet rocken auch vor kleinem Publikum
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18:58 16.12.2010
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Nur 300 Besucher sind am Mittwochabend ins Capitol gekommen – das hat die Southern-Rock-Legende Molly Hatchet wirklich nicht verdient. Mit „Justice“ hat der Florida-Sechser ein starkes neues Album im Gepäck, live ist die Truppe um Gitarrist Bobby Ingram eh eine Bank.

Aber die Anhängerschar hat sich gelichtet, Southern Rock ist schon seit 1980 aus der Mode, und Todesfälle und andere Schicksalsschläge haben die Band mehr als einmal von der Bildfläche verschwinden lassen.

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Molly Hatchet lassen sich vom schwachen Zuspruch nicht beeindrucken und legen mit Klassikern wie „Bounty Hunter“ und „Gator Country“ gleich mächtig rockend und rollend los. Ein Konzert voller Spielfreude folgt, mit langen, aber beileibe nicht langweiligen Jam-Sessions. Die Coverversionen „Dreams I’ll Never See“ (Allman Brothers Band) und „Free Bird“ (Lynyrd Skynyrd) sind echte Highlights, die langsam aufbrausende Anti-Kriegs-Hymne „Fall of the Peacemakers“ ist auch 30 Jahre nach Erscheinen eine Gänsehautnummer.

Das zurückgekehrte Gründungsmitglied Dave Hlubek fügt sich genauso gut ein wie die Stücke vom neuen Album, Phil McCormack singt wie der „Whiskey Man“ persönlich und macht den 2005 nach langer Krankheit verstorbenen Originalsänger Danny Joe Brown zumindest musikalisch fast vergessen.

Schade: Stücke von den großartigen Alben der neunziger Jahre gibt es nichts zu hören. Egal, die Fans feiern ihre Helden, und zwar völlig zu Recht. Hell yeah!

Uwe Kreuzer

Martina Sulner 16.12.2010
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