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Kultur Movimentos über sieben Wochen so gut wie ausverkauft
Nachrichten Kultur Movimentos über sieben Wochen so gut wie ausverkauft
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09:09 09.06.2010
James O'Hara tanzt in der Aufführung "Faun". Quelle: dpa
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Mit einer Deutschlandpremiere des Nederlands Dans Theaters (NDT) sind die Internationalen Movimentos Festwochen 2010 am Dienstag in die letzte Etappe gegangen. Auch das achte Festival der VW-Autostadt war ein Erfolg: Wenn Movimentos am Sonntag (13.) mit einer Orgelsoiree endet, werden 32 000 Menschen die rund 80 Veranstaltungen seit dem 29. April besucht haben. Das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr. „Wir hatten über sieben Wochen eine Auslastung von 98 Prozent“, sagte Autostadt-Geschäftsführer Otto Ferdinand Wachs.

Die Steigerung der Besucherzahlen liegt an einer Ausweitung des Festivals von fünfeinhalb auf fast sieben Wochen in diesem Jahr. Die schon architektonisch auffällige Einrichtung will Werte wie Sympathie, Sicherheit und Qualität im Namen von VW vermitteln. „Wir wollen Berührungspunkte zwischen den Besuchern und VW schaffen“, erläutert Wachs anlässlich des Jubiläums. Movimentos hat sich dafür zu einem wichtigen Instrument entwickelt.

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Mit dem NDT hat sich Wolfsburg eine der weltweit bekanntesten Tanzcompagnien zum Abschluss des Festivals geholt. Das aus zwei Compagnien bestehende Theater zeigte unter anderem die deutsche Erstaufführung „Dissolve this“.

Auf einem Teppich voller grauer Blätter rutschten, drehten, drängelten und schwebten die Tänzer nach der fast bedrohlich klingenden, an den Nerven zerrenden Musik von Ian Andrews und Alva Noto. Im Laub zeichneten sich die Spuren der Tänzer ab - um gleich wieder zu verschwinden.

Das Stück von Johan Inger wirkte teils kühl, teils melancholisch. „Das Stück will zeigen, was es mit uns und unseren Spuren auf sich hat“, erläuterte Bernd Kauffmann, einer der künstlerischen Leiter des Festivals. Auch in den zwei gezeigten älteren Produktionen - „Subjekt to change“ ist eine getanzte Beziehung mit vielen Spannungen und „Whereabouts Unknown“ ist eine Auseinandersetzung mit der australischen und afrikanischen Tanzkultur - überzeugt das NDT mit technischem Können, mit ausgefeilter Tanzkunst.

Das NDT zählt seit seiner Gründung im Jahr 1959 zur Elite des internationalen Tanzes. In Wolfsburg zeigen die Tänzer insgesamt sechs Choreographien. Am Freitag wechselt das Programm und die Niederländer führen zwei weitere Deutschlandpremieren und ein älteres Stück auf.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident und Kandidat für das höchste Amt im Staat zeigte sich vom NDT begeistert: „Die Kombination von Tanz und Tanz inspiriert zum Nachdenken. Und wer nachdenkt wird durch Erkenntnis ermutigt“, sagte er mit Blick auf das Festivalmotto „Mut und Demut“. „Und Mut braucht man, um für das Amt als Bundespräsident zu kandidieren“, sagte er auf Nachfrage. „Ich hoffe, hier in dieser oder anderer Funktion wieder kommen zu dürfen“, sagte Wulff.

Vom 29. April bis zum 13. Juni waren unter anderem sieben international renommierte Tanzcompagnien Gast in der Autostadt. Lesungen mit Schauspielern wie Klaus-Maria Brandauer oder Hannelore Hoger standen auf dem Programm, Klassik-, Jazz- und Popkonzerte, Vorträge und Workshops für Schüler und Studenten. Ein Höhepunkt waren zwei Konzerte der Rocklegende Sting mit dem Bundesjugendorchester.

Dem Nachwuchs ist auch die Movimentos-Akademie gewidmet. Mehr als 100 Kinder und Jugendliche konnten ihr Talent als Tänzer und Musiker in einer von Profis begleiteten Aufführung testen.

dpa

Johanna Di Blasi 13.07.2015
Martina Sulner 08.06.2010
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