Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur „Eine Chance für Deutschland“
Nachrichten Kultur „Eine Chance für Deutschland“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:15 08.04.2015
Foto: Neil MacGregor.
Neil MacGregor. Quelle: Arno Burgi
Anzeige
Berlin

Das inhaltliche Konzept des Humboldt-Forums, das als Museum der Weltkulturen in die barocke Hülle einziehen wird, blieb aber bislang vage. Nun hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Berufung von Neil MacGregor zum Leiter der Gründungsintendanz für das Humboldt-Forum bekannt gegeben. Der 68-Jährige, der derzeit Direktor des British Museum in London ist, soll ab Oktober 2015 in Berlin inhaltliche Schwerpunkte setzen.

Vor seiner Zeit am British Museum leitete MacGregor die National Gallery in London. Mit seinem klugen und kurzweiligen Buch „Geschichte der Welt in 100 Objekten“ landete der Kunsthistoriker einen Bestseller. Unter den Besuchern seiner kürzlich in London zu Ende gegangenen Schau „Germany: Memories of a Nation“ war Monika Grütters. Seither wurde über eine Berufung MacGregors nach Berlin spekuliert.

Der zunächst auf zwei Jahre berufenen Gründungsintendanz gehören auch der Berliner Kulturwissenschaftler Horst Bredekamp und Hermann Parzinger an, Prähistoriker sowie Präsident der Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz. In einer ersten Reaktion sagte MacGregor: „Wenn die außereuropäischen Sammlungen aus Dahlem erst einmal im Berliner Schloss gezeigt werden, wird es hier im Zentrum Berlins wie nirgendwo sonst möglich sein, auf die Kulturen der Welt zu schauen. Das ist eine historische Chance für Deutschland, für Europa, für die ganze Welt“.

Der 68-Jährige kündigte allerdings an, nach seinem Weggang aus London nicht mehr Vollzeit arbeiten zu wollen. Neben seiner Beratungstätigkeit in Berlin werde er weiterhin für die BBC und das Museum im indischen Mumbai tätig bleiben. Kulturstaatsministerin Grütters sagte: „Ich freue mich und bin sehr dankbar, dass Neil MacGregor, dieser exzellente Kenner Deutschlands und international versierte Museumsexperte, uns sein universales Wissen zur Verfügung stellt, um das ambitionierteste Kulturvorhaben unseres Landes Gestalt werden zu lassen.“ Parzinger sagte zu MacGregors Berufung: „Er ist der Ideale für diese Aufgabe.“

Das Humboldt-Forum in der 590 Millionen Euro teuren Schlosshülle, dessen Eröffnung für 2019 geplant ist, soll kein Völkerkundemuseum alten Schlages sein, sondern eine neuartige Institution. Laut Monika Grütters soll ein Ort geschaffen werden, „an dem neue Geschichten der Welt erzählt, Verbindungen aufgetan und gemeinsame Anliegen diskutiert werden“. Erst jüngst warb Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bei seiner Afrika-Reise für das Forum. Mit ihm reisten Klaus-Dieter Lehmann, der Präsident des Goethe-Instituts und Humboldt-Forum-Erfinder, Hermann Parzinger sowie Martin Roth, vormals Berlin und Dresden, jetzt Direktor des Victoria-and-Albert-Museums in London. Roth brachte das geplante Forum auf die Formel: „Thing-Tank und Think-Tank“.

Neil MacGregors Zusage für das Humboldt-Forum freut in Berlin umso mehr, als der Brite erst vor einigen Jahren ein Angebot des New Yorker Metropolitan Museum of Art ausgeschlagen hatte.

Mathias Begalke 11.04.2015
08.04.2015
Kultur Roman von US-Autor Matthew Thomas - Hannoveranerin übersetzt One-Millon-Dollar-Debüt
Jutta Rinas 10.04.2015