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Kultur Niedersächsische Musiktage schon jetzt ein Erfolg
Nachrichten Kultur Niedersächsische Musiktage schon jetzt ein Erfolg
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11:17 12.08.2010
Von Stefan Arndt
Markus Fein (l.) mit Sabine Schormann und Thomas Mang von der Sparkassenstiftung.
Feierlich: Markus Fein (l.) mit Sabine Schormann und Thomas Mang von der Sparkassenstiftung. Quelle: Martin Steiner
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Kurz vor Schluss ist es am schönsten. Darum lobt Thomas Mang, der sonst eher zurückhaltende Präsident der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, bei der Vorstellung des diesjährigen Musiktage-Programms deren Intendanten Markus Fein über den grünen Klee: Das Festival habe sich unter Feins Leitung „ganz entscheidend“ weiterentwickelt und den einstmals recht unspektakulären Konzerten eine nie dagewesene Akzeptanz beschert. Im vergangenem Jahr betrug die Auslastung 90 Prozent, und auch jetzt gibt es für einige Konzerte bereits keine Karten mehr – obwohl das Festival erst im September beginnt.

Schade also, dass Fein die Niedersächsischen Musiktage nach nur viereinhalb Jahren schon wieder verlässt: Im Januar wird er Konzertdramaturg bei den Philharmonikern in Berlin. In dieser noch jungen Berufsbezeichnung klingt an, was die Besonderheit dieses Intendanten ausmacht: Fein addiert nicht einfach große Namen zu einem Gesamtprogramm – er ist auf der Suche nach ungewöhnlichen Konzepten, die ein Konzert zu einem einmaligen Ereignis machen.

Auch in diesem Jahr gibt es daher massenhaft Einzelstücke, die den speziellen Bedingungen etwa eines bestimmten Aufführungsortes angepasst sind. „Fein-Konzept“ nennt Mang dieses Prinzip der besonderen Konzerte an besonderen Orten – und hätte wahrscheinlich gute Chancen, wenn er das als Marke schützen lassen wollte: In diesem Bereich ist Fein trotz vielerorts guter Ansätze noch immer so gut wie konkurrenzlos.

In den kommenden Wochen wird man das wieder flächendeckend im ganzen Land erleben können. Zum Auftakt in Braunschweig bezieht Fein das diesjährige Festivalmotto „Das Fest“ auf die glanzvolle Feierkultur des Barock und sprengt nach dem Vorbild von Händels Wasser- und Feuerwerksmusiken, die im ersten Teil des Eröffnungskonzertes am 4. September erklingen, den Rahmen eines Konzerthauses: Der Komponist Mike Svoboda hat ein Stück geschrieben, bei dem rund 200 Musiker, darunter auch viele Laien aus der Region, den weiten Park an der Oker bespielen werden.

Insgesamt sind bis zum 3. Oktober 65 Konzerte geplant. Am 28. September etwa wandelt sich das barocke Fest zur zeitgenössischen Party, wenn der Pianist Fazil Say und die Geigerin Patricia Kopatchinskaja den Göttinger Club Savoy zum Brodeln bringen wollen. Vornehm geht es am 2. Oktober zu: Die Musiktage laden zu einem musikalischen Hofball auf das Schloss Bückeburg. Am 17. September wird Breughels Gemälde „Die Bauernhochzeit“ auf dem historischen Vechtehof in Nordhorn zum Klingen gebracht, und in Hannover eröffnet das Festival einen „Bizarren Bazaar“ im Maharadscha-Palast des Zoos (ausverkauft).

Mit solcherart kreativen Programmen sieht Mang auch den Förderauftrag seiner Stiftung erfüllt: Statt örtlichen Veranstaltern Konkurrenz zu machen, verstehen sich die Musiktage als Impulsgeber. Zumindest im kommenden Jahr wird das noch einmal so sein: Neben seinem Job in Berlin organisiert Fein die Musiktage 2011. Wer und was danach kommt, ist vorerst noch offen: Bis zum Ende dieses Jahres will die Sparkassenstiftung über Feins Nachfolge entschieden haben.

Karten und vollständiges Programm auf www.musiktage.de und unter Telefon (0 18 05) 62 78 37.

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