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Kultur Märchen, Mythen, Neubeginn
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18:24 24.04.2015
Von Jutta Rinas
Von links nach rechts: Freuen sich auf fabelhafte Wesen und Orte: Ballettchef Jörg Mannes, Intendant Michael Klügl und Chefdramaturg Klaus Angermann. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Die Märchen müssen lebendig werden.“ So lautet ein zentraler Satz in Alexander Zemlinskys Oper „Der Traumgörge“, einer Rarität, die in der kommenden Spielzeit an der hannoverschen Staatsoper Premiere hat. Unter das Motto „Märchen“ hat Intendant Michael Klügl gestern die kommende Spielzeit gestellt - wenn man denn, wie er im Programmheft schreibt, das Jahresprogramm eines so großen Ensembletheaters wie der Staatsoper überhaupt unter ein Generalthema stellen könne.

Gleich im Eröffnungsstück, der Oper „Rusalka“ von Antonin Dvorak (26. September), geht es um ein märchenhaftes Wasserwesen, das sich in einen Prinzen verliebt. Zemlinskys „Traumgörge“ ist - der Name verrät es schon - ein Träumer, ein Außenseiter, der in seinem Dorf verspottet wird. Leonard Bernsteins „Candide“ (24. Oktober), eine Comic Operetta, in der - so Klügl - im Vorblick auf das Leibnizjahr 2016 auch der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz inhaltlich eine Rolle spielt, Carl Maria von Webers „Freischütz“ (12. Dezember), Giuseppe Verdis „Macht des Schicksals“ (30. Januar) und Mozarts letzte Oper „Titus“ (4. Juni 2016) stehen daneben auf dem Programm.

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Renommierte Regisseure sind unter anderem Dietrich Hilsdorf, dem 2007 für „Die Liebe zu den drei Orangen“ an der Oper Chemnitz der deutsche Theaterpreis „Faust“ verliehen wurde, und Frank Hilbrich, der in dieser Spielzeit mit „Caligula“ von Detlev Glanert beeindruckte. Dazu kommt Kai Voges, Schauspielintendant in Dortmund, der mit „Rusalka“ in Hannover nach Angaben Michael Klügls seine zweite Opernregie überhaupt abliefern wird. Schon jetzt sei sicher, dass Videos ein wichtiger Bestandteil der Inszenierung werden, sagte Klügl gestern. Mit von der Partie ist nämlich der deutsche Videokünstler Volker „Voxi“ Bärenklau.

Die Spielzeit 2015/16 ist die letzte von Chefdirigentin Karen Kamensek in Hannover. Viermal wird sie bei den Sinfoniekonzerten zu hören sein. Am 25. und 26. Juni wird sie mit einem Konzertfest verabschiedet. Für eine bessere Klangqualität bei den Sinfoniekonzerten sorgt das neue Konzertzimmer, für das die Oper noch Spender sucht. Für Geburtstage oder Firmenkonzerte kann man deshalb Orchestermusiker gegen Geld zu sich nach Hause einladen. „Wir sind käuflich“, sagte Klügl gestern. Telefon: (0511) 99 99-20 91.

Das Ballett unter Jörg Mannes wartet neben drei Premieren - unter anderem zu Shakespeares „Was Ihr wollt“ (14. November) und Dürrenmatts „Besuch einer alten Dame“ (14. Mai 2016) - mit weiteren Höhepunkten auf. So findet in Hannover vom 16. bis 19. Juni 2016 der deutsche Tanzkongress statt. Mehr als 1000 Tanzschaffende würden erwartet, sagte Mannes gestern. Mit Veranstaltungen in Oper, Schauspielhaus, Cumberlandscher Galerie und Künstlerhaus werde Hannover zur „Drehscheibe des Tanzes“. Zu den Oster-Tanz-Tagen vom 21. bis 28. März wird in Hannover zudem ein renommierter Ballettstar erwartet: die Choreografin Sasha Waltz.

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