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Kultur Schlicht gute Laune
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20:12 12.01.2014
Glücksbringer: Paul Panzer. Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Hannover

Die Steinzeit ist denn auch Thema seines Programms „Alles auf Anfang“. Paul Panzer ist die Kunstfigur des Comedian Dieter Tappert. Auf dem Plakat zur Show sieht man ihn mit Fellumhang, Bart und Zippo-Feuerzeug. Zum Bühnenbild gehört eine Steinwandkulisse mit Höhlenmalerei. Doch dann tritt Paul Panzer nicht als Neandertaler auf, sondern so, wie seine Fans ihn kennen: mit Blümchenhemd, Plauze, wirrer Frisur und großer Brille, ein bisschen naiv, mit vielen Fremdwortverdrehern und Versprechern. Außerdem natürlich mit dem Sprachfehler, den Tappert bereits in zahllosen Scherzanrufen fürs Radio zelebriert hat: Für seine schnalzenden Zischlaute bekommt er Szenenapplaus.

Paul Panzer, der Mann mit dem unverkennbaren Sprachfehler, ist am Sonnabend mit seinem Programm "Alles auf Anfang" in der Swiss Life Hall in Hannover aufgetreten.

Und auch für sein Spiel mit steinzeitlichen Geschlechterklischees. „Wenn man früher einer Frau einen Knochen hingeschmissen hat, war man der Größte. Aber lass jetzt mal einen Teller mit Knochen im Wohnzimmer stehen.“ Dazu kommen Witze über Warnhinweise und Kinderspielzeug, über Fernsehen, Esoterik und Geburt: „Die Frauen stehen da ja komplett unter Glückspheromonen.“ Glückshormone verbreitet Panzer auch im Publikum, das sich aus allen Altersstufen rekrutiert und hörbar begeistert ist.

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Paul Panzers fiktive Familie – Frau Hilde und Sohn Bolle – tritt stets in den Erzählungen auf. „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen“, verkündet er. Der Großteil des Publikums findet solche Sätze witzig, aber nach minutenlangen Klagen über „Hilde“ ruft eine Zuschauerin: „Dann lass dich doch scheiden!“ Sonst verläuft die Kommunikation mit dem Publikum harmonisch. „Wer ist alles verheiratet?“, fragt Panzer und fügt hinzu: „Wer wäre es lieber nicht?“ Dass eine Zuschauerin lautstark hustet, macht Panzer zum Running Gag. Immer wieder imitiert er das „Fräulein Rotz“.

Man merkt: Paul Panzer verbreitet, bisweilen auch auf Kosten von Anwesenden,  gute Laune der eher schlichten Art. Aber auch darin liegt eine Leistung. Immerhin tritt der 42-Jährige mit „Alles auf Anfang“ bis Ende Mai noch rund 50 Mal auf. Nach Hannover kommt er erst nächstes Jahr wieder: am 2. Mai 2015 – und dann erneut in die Swiss-Life-Hall.

Antonia Marker

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