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Kultur Pflanzentheater: "Die Welt ohne uns"
Nachrichten Kultur Pflanzentheater: "Die Welt ohne uns"
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13:38 01.04.2010
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Bei dieser Produktion des Schauspiels Hannover wachsen Pflanzen – echte, keine Schauspieler in grünen Kostümen – auf einem Brachland irgendwo im Raum Hannover, während das Publikum ihnen von einem verglasten Zuschauerraum dabei zuschaut. In einer Million Jahren, so stellen Regisseur Tobias Rausch von „lunatiks produktion“ und sein Team es sich vor, werden sich die Menschen mit ihrem umweltfeindlichen Verhalten selbst ihr Grab geschaufelt haben, und es werden schließlich nur noch Pflanzen auf der Erde leben.

Was dann geschieht und wie dieses Szenario aussieht, will Rausch in 14 Akten während der kommenden fünf Jahre darstellen. Warum dauert es so lange? „Wir wollen die Geschwindigkeit der Protagonisten ernst nehmen“, betont Dramaturg Aljoscha Begrich. Damit es trotzdem etwas schneller vorangeht, soll die ganze Trickkiste des Theaters ausgepackt werden, sagt Rausch. So ganz ohne menschliche Schauspieler kommen sie dann doch nicht aus: In den ersten beiden Akten werden zwei zu sehen sein, die aber eher als Mediatoren agieren sollen. Unterstützt wird das Projekt von der Leibniz Universität Hannover, der Stadt Hannover und dem NDR.

Dass ein Stück mit Pflanzen in den Hauptrollen, die ja bekanntlich weder sprechen noch sehr bewegungsfreudig sind, nur schwer vorstellbar ist, wissen Rausch und seine Kollegen. Wie das alles im Detail umgesetzt werden soll, ist noch nicht ganz klar. Und den Ort der „Freiluftbühne“, auf der das Pflanzenstück gezeigt wird, wollen die Macher nicht verraten. Immerhin: Mit den Proben haben sie noch nicht begonnen. Eine Rolle ist aber schon besetzt: Protagonist ist ein Apfelbaum der Sorte Elstar.

Weitere Aufführungen am 17., 18. und 19. Mai, Karten und Abo im Schauspielhaus oder unter Telefon (05 11) 99 99 11 11.

Viktoria Klecha

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