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Kultur Podiumsdiskussion: Gibt es überhaupt richtige Männer?
Nachrichten Kultur Podiumsdiskussion: Gibt es überhaupt richtige Männer?
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22:48 21.06.2017
Warum Männlichkeit ein Konstrukt ist und warum es sich immer noch lohnt, über Feminismus zu reden: darüber wurde am Mittwochabend im Literarischen Salon diskutiert. Quelle: Alexander Körner (Archiv)
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Hannover

Der Mann ist in einer Krise, das Männlichkeitsbild ist in Gefahr, schuld daran ist die Frau – so wird es zumindest parolenhaft von Väterrechtlern gerne dargestellt. Auch die Veranstaltung im Literarischen Salon trug den Namen „Männer in der Krise“. Auch hier gehen die Beteiligten auf dem Podium, Soziologiepsychologe Rolf Pohl, Autor Thomas Meinecke und Moderatorin Charlotte Milsch, von einer krisenhaften Männlichkeit aus. Jedoch von einem anderen Blickwinkel: „Männlichkeit ist ein grundsätzlich krisenhafter Zustand“, sagt Rolf Pohl.

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Der Literarische Salon macht eine Sommerpause. Im September geht es mit den nächsten Veranstaltungen weiter.

Schon früh würden typisch "männliche" Eigenschaften wie Souveränität und Autonomie anerzogen werden. „Männlichkeit“ sei ein Konstrukt – ganz in der Tradition von Simone De Beauvoir. Thomas Meinecke, der sich bereits Ende der Neunzigerjahre als Feminist bezeichnete, wirbt dafür diese Souveränität auch mal bewusst abzutreten. Er selbst bemühte sich in seinen Texten manchmal „unsouverän“ zu schreiben. „Aber sagen Sie das mal einem Grundschüler, der versucht cool zu sein“, entgegnet der 65-jährige Pohl. Das Publikum lacht. Um genau diese Diskrepanz geht es: Die gesellschaftlichen Strukturen sind zu fest, als das kleine Änderungen sie aufweichen könnten.

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Einig sind sich die Podiumsgäste am Mittwochabend nicht immer. Der 61-jährige Meinecke plädiert für eine weiblichkeitsorientierte Sprachsensibilität: „Wir haben so lange nur Professor gesagt, da können wir die nächsten 300 Jahre auch nur Professorin sagen“, sagt er. Das löse aber nicht die problematische Aufwertung der männlichen Begrifflichkeit, argumentiert dagegen Pohl. Auch das zeigt, dass es noch viel Diskussionspotenzial gibt.

Von Kira von der Brelie

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