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Kultur Die halbe Feierstunde
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10:17 08.04.2014
Von Stefan Arndt
Zum 50. Geburtstag der Pro-Musica-Reihe kommt auch Starpianist Lang Lang. Quelle: Britta Schulze
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Hannover

Die Akustik war jämmerlich. Ein einfaches Holzpodium musste reichen, um die Mehrzweckhalle in einen Konzertsaal zu verwandeln. In der Eilenriedehalle herrschten keine idealen Bedingungen für den Auftritt eines Sinfonieorchesters. Doch wie durch ein Wunder erwies sich ausgerechnet der als überaus heikel geltende Dirigent Sergiu Celibidache als Pragmatiker. Der Mann, der die Berliner Philharmoniker durch die schwierige Nachkriegszeit gesteuert hatte, zeigte auch in Hannover Pioniergeist. Sein Konzert mit dem Schwedischen Sinfonieorchester aus Stockholm im Herbst 1964 wurde ein voller Erfolg. Er begeisterte rund 1000 Zuhörer, die gleich weitere Konzerte besuchen wollten. Und der Konzertagent Hans Ulrich Schmid organisierte sie gerne: Die Pro-Musica-Konzertreihe war geboren.

Ein halbes Jahrhundert später blickt man bei Pro Musica zwar mit Stolz zurück – lieber noch aber wendet man den Blick nach vorne. Das Programm der Jubiläumssaison 2014/2015 jedenfalls ist gespickt mit Klassikstars, die sich nicht hinter den großen Namen von einst zu verstecken brauchen. Der chinesische Pianist Lang Lang wird am 26. April im Rahmen eines Sonderkonzertes ein Recital spielen. Der Tenor Jonas Kaufmann, berühmt für seine Partien in den großen Wagner- und Verdi-Opern, bricht am
20. Mai 2015 in ungewohnte musikalische Welten auf: Unter dem Motto „Du bist die Welt für mich“ wird er einen Operetten-Abend im Kuppelsaal gestalten. Sein Kollege Rolando Villazón bewegt sich am 26. November 2014 auf den vertrauteren Pfaden des Belcanto. Mit Spannung darf man dem Auftritt des kroatischen Pianisten Ivo Pogorelich erwarten, der lange nicht mehr in Hannover zu Gast war. Gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Brüssel ist er zur Saisoneröffnung am 5. Oktober mit Schumanns Klavierkonzert zu hören.

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Weitere Solisten werden der Pianist Martin Stadtfeld (5. März), die Geigerin Hilary Hahn (13. November), die Trompeter Ludwig Güttler (10. Dezember) und Alison Balson (15. November) sowie der Schlagzeuger Martin Grubinger (2. März)sein. Rudolf Buchbinder setzt seine Reihe der Beethoven-Klaviersonaten am
2. März unter anderem mit der „Pathétique“ und der „Waldstein“-Sonate fort, seine Kollegin Hélène Grimaud gestaltet am 14. Oktober einen Klavierabend rund um das Thema Wasser. Die Sängerin Diana Damrau holt am 26. April ihren Duoabend mit dem Harfenisten Xavier de Maistre nach, der in der vergangenen Saison wegen der Schwangerschaft der Koloratursopranistin ausgefallen war.

In der Reihe „Internationale Orchester“ kommt einer der interessantesten Klangkörper ganz aus der Nähe: Das NDR Sinfonieorchester aus Hamburg ist so gut wie nie in Hannover zu hören. Mit seinem Chefdirigenten Thomas Hengelbrock kommt es am 25. Februar mit einem ungewöhnlichen Programm in den Kuppelsaal. Neben dem Mendelssohn-Violinkonzert mit Arabella Steinbacher als Solistin präsentiert das Orchester eine neue Fassung von Gustav Mahlers einst in Hamburg uraufgeführter erster Sinfonie. Ein Gastspiel der Academy of St. Martin in the Fields mit Werken von Bach und Mozart dokumentiert die enge Verbundenheit dieses Ensembles mit der Konzertdirektion Schmid. Am 17. Januar wird sich erstmals in Hannover der amerikanische Geiger Joshua Bell als Music Director des Kammerorchesters präsentieren. Aus England kommen auch das London Philharmonic Orchestra mit Vladimir Jurowski, dem Pianisten Nikolai Lugansky und einem populären Tschaikowsky-Programm (15. Dezember), sowie das traditionsreiche Hallé-Orchestra (5. März). Fortgesetzt wird die Reihe von jungen Siegern wichtiger Klavierwettbewerbe, die so oft ein Heimspiel bekommen: Die Preisträger des Concours Géza Anda, des Busoni- und ARD-Wettbewerbs wurden nun einmal in Hannover ausgebildet. Noch mehr erfolgreiche Absolventen der Musikhochschule sind am 24. Oktober beim Benefizkonzert für Life Music Now mit der NDR Radiophilharmonie zu hören.

Neben moderaten Preissenkungen beim Orchesterzyklus gibt es in der Jubiläumssaison vor allem eine wichtige Änderung: Nach einem halben Jahrhundert beginnen die Konzerte eine halbe Stunde früher – die ersten Töne erklingen künftig statt um 20 Uhr bereits um 19.30 Uhr.
Karten für alle Konzerte unter Telefon (05 11) 36 38 17.

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