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Kultur Queenz of Piano begrüßen das neue Jahr
Nachrichten Kultur Queenz of Piano begrüßen das neue Jahr
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17:48 02.01.2017
Von Rainer Wagner
Zu Theremin-Klängen ins All: Die „Queenz“ im Schauspielhaus. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Aber auch die Neubürger im Königtum der Piano-Queenz ließen sich willig animieren zum Mitsingen und Mitsummen und zahlten gerne Tribut in Form von fröhlichem Beifall.

„Verspielt“ heißt das neue Programm von Anne Folger und Jennifer Rüth. Es hielt, was es versprach, ein paar wenige unabsichtliche Verspieler inklusive. Die Königinnen an den Tasten spielten mit den Musik-Genres und an zwei Klavieren, die ihnen aber als Instrumentarium nicht genügten.

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Klassik trifft Kabarett, wenn die beiden Königinnen des Klaviers gemeinsam am Flügel sitzen - so wie am Neujahrsabend im Schauspielhaus.

Sie begannen mit Mozart als Boogie, machten aus Kurt Cobains „Nirvana“-Klassiker „Smells Like Teen Spirit“ die Vorlage für einen Bach-Choral und eine (naja) Fuge.

Eigenkompositionen mischten sich mit Demonstrationen, wie Melancholie, Traurigkeit und Depression am Klavier klingen - und wie Aggression: klingt wie Wagners „Walkürenritt“. Zu zirpenden und säuselnden Theremin-Klängen ging es in die Urzeiten elektronischer Klangerzeugung und auf „Star-Trek“-Reise. Die „Glorreichen Sieben“ ritten mit Plektrum-Hilfe auf dem Konzertflügel. Extrabeifall gab es für die raffinierten roten Kostüme in der zweiten Programmhälfte und für akrobatische Übungen an den beiden Klaviaturen.

Am stärksten aber waren die beiden Musikkabaretistinnen, wenn sie musikalische Witze rissen. Selten wurde so pointiert vorgeführt, wie die vermeintlich falschen Töne des Jazz eine saubere Mischung ergeben und dass man mit den drei Tönen A und f und D eher ungewollten Missklang erzeugt. Und was passiert, wenn man Mozarts „Alla turca“ unter Sparzwang setzt, war zum Brüllen.

Da besingt man dann doch gerne gemeinsam und mit dem „Coldplay“-Hit das Leben: Viva la Vita.

Auf ein Neues? Im nächsten Jahr?

Nächste Premiere im Schauspielhaus: „Amerika“ nach Franz Kafka am Donnerstag, 19. Januar.