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Kultur Rainald Grebe zieht vom Pavillon ins Theater am Aegi
Nachrichten Kultur Rainald Grebe zieht vom Pavillon ins Theater am Aegi
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14:41 14.06.2010

Termine habe er nur zur Beruhigung seines Gewissens vereinbart, sei dann aber einfach nie hingegangen.

Bei seinem Sommerkonzert im ausverkauften Theater am Aegi verfällt er hinter seinem Keyboard manchmal in Liegestuhlhaltung, stellt eine gespielt-provokative Selbstzufriedenheit zur Schau. Akute Raserei und akute Faulheit ergreifen abwechselnd Besitz von dem Liedermacher, der den pikanten Irrsinn schätzt und so herrlich bitterböse über deutsche Bundesländer und Menschentypen singen kann.

Sein Programm „Sommer Spezial“ ist einerseits ein Medley aus anderen Programmen wie dem „Hongkongkonzert“ und „1968“, hat aber einen ganz eigenen Kern. Auf schauerliche Weise besingt Grebe die Anonymität der Großstadt, doch am Ende bleiben dem Stadtflüchtling im neuen Dorfdomizil auch nur verkümmerte Tomatenpflanzen auf dem Balkon, Naturdrogen und Freunde, die ihn nie besuchen. Grebe ist ein abgeklärter Großstadtneurotiker, dem der Wahnwitz in den Augen blitzt. Sein intelligent-anarchistischer Humor richtet sich gegen Yuppies aus Berlin-Mitte, die überteuertes Schmelzwasser vom Nordpol trinken, und das Bionaden-Biedermeyer. „Wenn der Jogaverein die Farben des Hertha BSC hätte, dann wäre der ganze Prenzlauer Berg nur blau und weiß.“

Am Ende der Show ist Grebe wieder friedlich und kommt zur dritten Zugabe in Badehose auf die Bühne. Zum Glück steht da auch ein Planschbecken, denn jetzt wird er von seinen beiden Bandkollegen noch ordentlich mit Mineralwasser bespritzt. Herrlich erfrischend.

Janina Wallbaum

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