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20:43 23.02.2014
Foto: Die Rammstein-Coverband Völkerball im Capitol.
Die Rammstein-Coverband Völkerball im Capitol. Quelle: Moritz Küstner
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Hannover

Denn die Fans stiegen irgendwann einfach nicht mehr durch. Wann imitiert die Band das Vorbild, und wann geht sie eigene musikalische Wege? Die Lösung sieht jetzt so aus: Kommen die sechs Musiker als Völkerball ins Capitol, stehen die Rammstein-Hits auf dem Programm. Als Heldmaschine singen sie eigene Texte. Bei den Fans kommt der Namenswechsel nur langsam an. Nur etwa 500 Besucher kamen zum ersten Konzert der Heldmaschine ins Capitol. Aber die wussten, was sie erwartet, und feierten die Musiker wie alte Bekannte.

Was sie ja auch sind.
Man sagt, Völkerball sei die beste deutsche Rammstein-Coverband. Da ist etwas dran. Frontsänger René Anlauff ist vom Vorbild Till Lindemann fast nicht zu unterscheiden. Und obwohl die Heldmaschine ihre eigenen Klänge hat, klingt sie trotzdem sehr nach Rammstein: brachialer Sound, lyrische Texte, düstere Themen. Nur die Geschichten sind neu. Nach dem ersten eigenen Album „Weichen und Zunder“ kommt jetzt, nur ein Jahr später, das nächste Werk mit dem Titel „Propaganda“ dazu.

Doch es zeigt sich, dass der Heldmaschine die kleinen Zahnräder fehlen, die Rammstein so besonders machen. Während die Rammstein-Musiker Kunstfiguren sind, Symbole der menschlichen Albträume, wirken die Mitglieder der Heldmaschine ganz real. Dass sie auf die Pyrotechnik verzichten und sich auf unheimlich beleuchtete Industriekulissen beschränken, ist nicht weiter dramatisch. Schlimmer ist, dass die Heldmaschine zu nahe am Vorbild klebt, um innovativ zu sein. Selbst Rammstein fällt es ja zusehends schwer, zu schockieren.

Bei Heldmaschine gibt es gar keine Skandale. Songs wie „Es brennt“ und „Menschenfresser“ fassen die Motive aus den Rammstein-Hits „Feuer frei!“ und „Mein Teil“ nur in neue Worte. So bleibt die Heldmaschine trotz eigener Songs Coverband – aber eine, die das Anhören lohnt. Und wenn die Band im Dezember wieder als Völkerball kommt, werden wieder die originalen Rammstein-Songs durchs Capitol donnern.

Von Isabel Christian

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