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Kultur Richard Marx unplugged im Capitol
Nachrichten Kultur Richard Marx unplugged im Capitol
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10:09 12.11.2010
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Es ist kurz vor 21 Uhr, als Richard Marx die Bühne des Capitols betritt, erwartet von knapp 250 Zuschauern. Wenige Töne braucht er, um mit seiner unverwechselbaren Stimme den Raum zu füllen. In Jeans, weißem T-Shirt und blauem Hemd, in den vergangenen 20 Jahren scheinbar nicht gealtert, steht er allein auf der Bühne und begleitet sich auf der Akustik­gitarre zum ersten Lied des Abends, „Endless Summer Nights“. Begeistert klatscht das Publikum schon bei diesem ersten Song mit. Viele alte, aber auch neue Fans von Ende 20 bis Mitte 50 sind gekommen, mehr Frauen als Männer.

Beim zweiten Lied „Take This Heart“ ist Richard Marx warm, seine Stimme sicherer geworden, und er kündigt an, zu jedem Lied des Abends eine Geschichte beizusteuern. Das tut er tatsächlich, zumindest zu den meisten: Er erzählt, wie er mit Luther Vandross 1991 zum ersten Mal gemeinsam im Studio war und dieser zu seinem Hit „Keep coming back“ Background sang oder wie er den Titel von „Angelia“ zufällig auf dem Flug zu einem Konzert in Gestalt einer schönen Stewardess gefunden habe. „Angelia“ sei also ein Song über eine Frau, die ihm ein Ginger Ale serviert habe, sagt Marx mit einem Augenzwinkern und entzaubert damit die eine oder andere Legende. Mit diesen Anekdoten und seiner selbstironischen Haltung beweist der Amerikaner, dass er nicht nur ein guter Sänger, sondern auch ein guter Entertainer ist.

15 Songs spielt er an diesem Abend, zu den meisten begleitet er sich selber auf der Gitarre, bei anderen wird er am Klavier unterstützt. Es sind viele langsame Stücke, aber auch ein paar schnelle wie „Satisfied“ oder „When You’re Gone“. Ein einziges Mal spielt Marx selber Klavier, als er „Through My Veins“ singt, den Song, den er zum Tod seines Vaters Dick vor drei Jahren geschrieben hatte. Es ist einer von ein paar sehr privaten, intimen Momenten. Ein anderer ist der, als zu „Save Me“ seine drei Söhne auf der Leinwand erscheinen und ihn musikalisch per Einspielung auf Schlagzeug, Gitarre und Klavier begleiten, während Marx live dazu Gitarre spielt und singt.

Keiner von den Songs fehlt, die Richard Marx bekannt gemacht haben, „Now and Forever“, „Hazard“, „Angelia“ und natürlich „Right Here Waiting“. Mit ihm beendet Richard Marx den Abend, er wird immer leiser, und das Publikum singt leise mit, Marx’ rhythmisches Klopfen auf dem Körper seiner Gitarre hallt noch eine Weile nach. Ein würdiger Abschluss für einen tollen Konzertabend mit seinem Sänger, der nicht nur viel Gefühl, sondern auch Kraft in seiner ausdrucksstarken Stimme hat.

Julia Osterwald

Uwe Janssen 12.11.2010
Stefan Stosch 11.11.2010