Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Rushdie sagt wegen Morddrohungen Teilnahme an Literaturfest ab
Nachrichten Kultur Rushdie sagt wegen Morddrohungen Teilnahme an Literaturfest ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
15:39 20.01.2012
Autor Salman Rushdie hat aus Angst vor einem Mordanschlag die Teilnahme an einem Literaturfest in Indien abgesagt. Quelle: dpa
Anzeige
Neu Delhi

Rushdie hatte eigentlich beim Literaturfest im nordwestindischen Jaipur auftreten wollen. Am Freitag ließ der indischstämmige Autor in einer von den Organisatoren veröffentlichten Mitteilung allerdings seine Absage bekanntgeben.

Er habe zwar einige Zweifel an diesen Informationen, ergänzte der Autor des von Muslimen als blasphemisch kritisierten Romans "Die satanischen Verse". "Es wäre aber dennoch meiner Familie, dem Publikum und meinen Schriftsteller-Kollegen gegenüber unverantwortlich, unter diesen Umständen zu dem Festival zu kommen." Er werde sich stattdessen per Videokonferenz zu Wort melden. Die Absage sei eine große Tragödie, bedauerten die Veranstalter.

Die geplante Teilnahme des 64-Jährigen an dem wichtigsten Literaturfest Südasiens hatte zu heftiger Kritik von Muslimen geführt. Die einflussreiche islamische Hochschule Darul-Uloom-Deoband hatte die Regierung in Neu Delhi aufgefordert, Rushdie die Einreise zu verweigern. Vor der Wahl im bevölkerungsreichsten indischen Bundesstaat Uttar Pradesh - wo 19 Prozent der Einwohner dem Islam anhängen und die Darul-Uloom-Deoband ihren Sitz hat - unterstützten auch politische Parteien die Forderung. Die Regierung des Bundesstaates Rajasthan hatte wegen der Kontroverse Sicherheitsbedenken angemeldet, sollte Rushdie an dem Festival in Rajasthans Hauptstadt Jaipur teilnehmen.

Rushdie hatte in den vergangenen Jahren immer wieder an Literatur-Veranstaltungen in Indien teilgenommen. Indien war nach Erscheinen der "Satanischen Verse" im Jahr 1988 das erste Land, das das umstrittene Werk verbot.

1989 verhängte der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ein "Todesurteil" gegen Rushdie, weil das Buch Muslime beleidige. Der Autor lebte daraufhin jahrelang unter extremem Polizeischutz im Londoner und New Yorker Untergrund. Rushdie ist überzeugter Atheist. Er verbrachte seine Kindheit in Indien, bis er in den 60er Jahren nach England ging.

st/dpa

Der Ex-Beatle Paul McCartney gibt ein Konzert in der Pyramidenstätte Chichen Itzá. Das teilte die Gouverneurin des mexikanischen Bundesstaates Yucatán, Ivonne Ortega, mit.

20.01.2012

Zu den Stars der 62. Berlinale gehören „Twilight“-Darsteller Robert Pattinson und Schauspielgrößen wie Angelina Jolie, Clive Owen, Tom Hanks, Sandra Bullock, Ewan McGregor und Uma Thurman. Insgesamt 18 Filme aus aller Welt konkurrieren im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären.

20.01.2012

Regisseur Clint Eastwood entwirft ein Psychogramm des FBI-Gründers Hoover: Leonardo DiCaprio ist „J. Edgar“. Eastwood sucht mit seinem Film nach Hoovers persönlichen Antriebskräften – und stößt auf ein Muttersöhnchen, das zeitlebens gegen seine homosexuelle Neigung kämpfte.

Stefan Stosch 19.01.2012