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Kultur Salut Salon präsentiert neues Programm in Hannover
Nachrichten Kultur Salut Salon präsentiert neues Programm in Hannover
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00:20 06.05.2018
Salut Salon Quelle: Jan Philip Eberstein
Hannover

 „Es soll sich der Mensch nicht mit der Liebe abgeben. Denn sie hat schon vergiftet so manch junges Leben.“ Die Warnung ist titelgebend für ein Volkslied aus dem 18. Jahrhundert. Das Musikerinnen-Quartett Salut Salon hat die Urfassung, in der ein Jüngling die Untreue seiner Liebsten beklagt, etwas umgedichtet. Und so singt nun eine eifersüchtige Frau über einen gewissen Herbert, der sich von der „saublöden Lisbeth“ verführen ließ. Hat man da noch Worte? „Tüterütütütü“, haucht die Betrogene. Doch fast klingt es so, als kichere sie dabei in sich hinein.

„Liebe“ hat die Hamburger Formation ihr aktuelles Programm genannt, mit dem sie jetzt auch im hannoverschen Theater am Aegi gastierte. Doch auch wenn die meisten Stücke eher vom Liebesleid als vom Liebesglück handeln, sorgen die beiden Geigerinnen Iris Siegfried und Angelika Bachmann sowie Olga Shkrygunova am Klavier und Romy Nagy am Cello für einen heiteren und beschwingten Abend. Sie singen, spielen und parlieren mit viel Verve, Virtuosität, vor allem aber mit viel Humor. Hinzu kommt, dass die Liste der Lieder und Kompositionen angenehm schnulzenfrei ist. Von Sergej Prokofjews leidenschaftlichem „Streit“ über Astor Piazzollas mitreißendes Tangostück „Regreso Al Amor“ bis hin zu Franz Wittenbrinks vertonter Version des Erich-Fried-Gedichts „Es ist was es ist sagt die Liebe“, wird wohl dosiert geschmachtet, gestritten und gelitten. 

Höhepunkt ist ein Krimi-Medley mit Ausschnitten aus bekannten Polizeiserien wie „Akte X“, „Die Straßen von San Francisco“ oder „Ein Fall für zwei“. Die Musikerinnen schleichen dabei von Theaternebel umhüllt hintereinander her, drohen sich gegenseitig mit dem Bogen oder simulieren einen Mord mit dem Cello-Stachel. Was das mit Liebe zu tun hat? Glaubt man der ausgebildeten Anwältin Iris Siegfried sind „siebzig Prozent aller Strafdelikte Beziehungstaten“. Nach dieser Ansage fällt dann schon mal im fast ausverkauften Saal der ein oder andere scheele Blick zum Nachbarn. Beim Finale rückt man dann aber wieder enger zusammen. Gleich einem süßen Dessert servieren Salut Salon doch noch eine große Portion Kitsch mit extra Zuckerguss: Ein ebenfalls von Wittenbrink arrangiertes Medley aus weltbekannten Schlagern und Popsongs. Da leuchtet dann Evelyn Künnekes „Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?“ neben „I was made for lovin‘ you Baby“ von „Kiss“ auf. Verrückt und großartig. Ganz wie die Liebe.

Von Kerstin Hergt

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