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Kultur Sandra Bullock als Nervensäge in „Verrückt nach Steve“
Nachrichten Kultur Sandra Bullock als Nervensäge in „Verrückt nach Steve“
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12:32 29.04.2010
Von Ernst Corinth
Sandra Bullock mit Filmpartner Bradley Cooper. Quelle: 20th Century Fox
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Mit negativen Schlagzeilen ist Sandra Bullock in den vergangenen Wochen viel in den Medien vertreten gewesen. Doch trotz aller Probleme im Privatleben (gestern wurde bekannt, dass Sandra Bullock die Scheidung von ihrem Ehemann Jesse James eingereicht hat) war das Jahr für den 45-jährigen Hollywoodstar ein sehr erfolgreiches. Mit Filmen wie „Selbst ist die Braut“ und „The Blind Side“ stellte Bullock persönliche Kassenrekorde auf. Für das Footballdrama „The Blind Side“ erhielt sie den Oscar als beste Schauspielerin.

Dabei gelang ihr etwas Ungewöhnliches: Sie ist die erste Schauspielerin, der an einem Wochenende sowohl der Oscar als auch die Goldene Himbeere, der Schmähpreis für besonders schlechte darstellerische Leistungen, überreicht wurde – die Himbeere gab’s für die Komödie „Verrückt nach Steve“.

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Sandra Bullock als Nervensäge: Die Komödie "Verrückt nach Steve" startet am 29. April in den deutschen Kinos.

Bullock bewies dabei Humor: Sie erschien als erste Ausgezeichnete nach Halle Berry (für „Catwoman“, 2005) persönlich bei der Himbeeren-Übergabe. Und brachte gleich noch eine Menge DVDs des gerade geschmähten Films mit, damit die Anwesenden, wie sie sagte, sich ein Urteil über ihrer Leistung bilden können.

Das können jetzt auch die deutschen Kinozuschauer. Wer sich Phil Traills Komödie anschaut, versteht, warum es dafür eine Himbeere gab – obwohl es noch wesentlich schlimmere, allerdings weniger prominent besetzte Produktionen gibt. Erzählt wird von Mary (Bullock), einem hypernervösen Mauerblümchen, das – man kann es leider nicht anders nennen – notgeil ist. Mary lebt noch bei den schrulligen Eltern und verdient ihre Brötchen als Kreuzworträtsel-Entwicklerin. Damit ihre Tochter endlich einen Mann findet, haben die Eltern für sie ein Blind Date arrangiert – mit dem Kameramann Steve (Bradley Cooper). Mary stürzt sich bei der ersten Begegnung auf den Auserwählten, der daraufhin die Flucht ergreift. Doch sie folgt ihm wie eine Stalkerin auf Schritt und Tritt, erlebt oberpeinliche Situationen, bis die Botschaft „Bleibe so, wie du bist“ das obligatorisch glückliche Ende des Film einläutet.

Damit, dass die Geschichte ziemlich hanebüchen ist, könnte man noch leben. Schlimmer ist, dass Sandra Bullock hier eine so entsetzliche Nervensäge spielt, dass man ihren übertrieben hektischen Auftritten kaum zuschauen mag.

Dass sich Bullock so für diesen offensichtlich misslungenen Film einsetzt, hat einen simplen Grund: Sie hat ihn mitproduziert, es geht also ums Geld.

Mary, das Mauerblümchen: Verunglückte Komödie. Cinemaxx Raschplatz, Cinemaxx Nikolaistraße, CineStar.

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