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Kultur Schriftsteller marschieren aufs Kanzleramt
Nachrichten Kultur Schriftsteller marschieren aufs Kanzleramt
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16:49 18.09.2013
Eine Gruppe von Schriftstellern rund um Juli Zeh (M) protestiert wegen der NSA-Spähaffäre vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. Quelle: dpa
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Berlin

Eine Gruppe von Schriftstellern um Juli Zeh hat mit einem „Marsch aufs Kanzleramt“ gegen den Umgang der Bundesregierung mit der NSA-Spähaffäre protestiert. Vier Tage vor der Bundestagswahl demonstrierten die Autoren am Mittwoch mit symbolischen Unterschriften-Kisten vor dem Zaun des Amtssitzes.

Anschließend trugen sie im Chor einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, den fast 70.000 Unterstützer unterzeichnet haben. Vorm Kanzleramt dabei waren Ingo Schulze, Julia Franck, Ulrike Draesner, Tanja Dückers und Michael Kumpfmüller.

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In dem Brief heißt es, der „gläserne Mensch“ sei endgültig Wirklichkeit geworden. Er fordert Merkel auf, „die volle Wahrheit über die Spähangriffe“ zu sagen und fragt sie nach ihrer Strategie. „Wir wollen Aufmerksamkeit auf das Thema lenken“, sagte Zeh, die der Regierung vorgeworfen hatte, zu mauern. Mit der Wahl habe die Aktion nichts zutun, es müsse langfristig etwas unternommen werden.

Zeh schlug einen Runden Tisch zur Überwachungsproblematik vor, die durch die Enthüllungen des Ex-Geheimdienstlers Edward Snowden deutlich geworden war. Die Bundesregierung müsse die Verantwortung für das Thema annehmen, forderte Zeh.

Ihre Schriftstellerkollegen äußerten sich ähnlich. „Wir haben ein Bürgerrecht darauf, dass andere Leute nicht in unsere Intimsphäre eindringen“, sagte Kumpfmüller. Der Umgang mit der Spähaffäre sei „eigentlich beschämend“, sagte der Präsident der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck. „Ich fühle mich als Staatsbürger nicht beschützt.“

dpa

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