Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Die Welt feiert Shakespeare
Nachrichten Kultur Die Welt feiert Shakespeare
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:38 29.01.2014
Zum 450. Geburtstag von Englands berühmtestem Dichter lassen seine Fans sich nicht lumpen. Und davon hat er auch 398 Jahre nach seinem Tod so viele, als wäre er ein Dichter unserer Zeit. Quelle: dpa
Anzeige
London

„Nun kommt! Was haben wir für Spiel' und Tänze?“ - so wie sein Herzog Theseus von Athen im „Sommernachtraum“ ruft Shakespeare selber gern zum Feiern auf, Feste gehören zu fast allen seinen Stücken. Jetzt wird für den Barden selber eines ausgerichtet, und zwar beinahe auf der ganzen Welt: Zum 450. Geburtstag von Englands berühmtestem Dichter lassen seine Fans sich nicht lumpen. Und davon hat er auch 398 Jahre nach seinem Tod so viele, als wäre er ein Dichter unserer Zeit.

Shakespeare hat diese Fähigkeit, über Zeiten, Nationen und Sprachen hinweg zu sprechen“, sagt Farah Karim-Cooper, Direktorin des Bildungs- und Forschungsprogramms am Shakespeare's Globe Theater in London. „Die Leute wollen Shakespeare sehen, sie wollen Shakespeare hören, und sie wollen ein Teil dieser Stücke sein, die so viele Menschen bewegen.“

Anzeige

Wie sehr der Dichter heute noch fasziniert, ist kaum irgendwo so hautnah zu erleben wie im Globe, einem Nachbau eines Theaters aus Shakespeares Zeiten direkt an der Themse. Rund eine Million Zuschauer kommen jährlich zu den Stücken, die wegen des offenen Dachs des Theaterbaus nur von April bis Oktober zu sehen sind. Karten sind schwer zu bekommen. So gut läuft Shakespeare, dass das Globe zum 450. Geburtstag einen ganz neuen Theaterraum eröffnen kann: einen Nachbau eines Innenraum-Theaters aus den Zeiten des Meisters. Rund 100 000 Zuschauer zusätzlich werden jährlich erwartet.

Shakespeares Berühmtheit lässt sich schwer in Worte fassen. Schon zu Lebzeiten war er ein Star. Generationen haben ihn gelesen. Kaum war der Film erfunden, war Shakespeare auf der Leinwand zu sehen. „Shakespeare hatte schon immer Geschichten, mit denen sich jeder verbunden fühlen kann“, erklärt Globe-Direktor Neil Constable das Phänomen. „Er schreibt über alle Arten von Menschen, ob es Könige oder Königinnen sind, Leute, die in den Krieg ziehen oder die ihre Liebsten aufs Schlachtfeld gehen lassen müssen, bis hin zu den Komödien-Charakteren und denen, die ganz alltägliche Rollen haben.“

Das Globe feiert Shakespeare mit einer Tournee, bei der das Ensemble über zwei Jahre in alle Länder der Welt reisen und seinen „Hamlet“ zeigen will. In Shakespeares Geburtsstadt Stratford-upon-Avon gibt es im April eine große Parade. Britische Schulkinder sind im März in einer Shakespeare-Woche dazu aufgerufen, sich mit dem Werk des Poeten zu beschäftigen. Zudem stehen zahlreiche Neuinszenierungen an, etwa bei der Royal Shakespeare Company. Auf einer Internetseite können Fans aus aller Welt ihre Gratulationen abgeben.

Dabei ist eigentlich gar nicht ganz genau bekannt, wann Shakespeare wirklich geboren wurde. Getauft wurde er laut Kirchenregister der Holy Trinity Church in Stratford-upon-Avon am 26. April 1564. Das Geburtsdatum ist nicht gesichert, Historiker gehen aber vom 23. April 1564 aus. Sein Todesdatum hingegen steht fest, es ist der 23. April 1616. Sein Vater war wohl ein Handschuhmacher und Wollhändler, seine Mutter die Tochter eines bekannten Landbesitzers.

Um Shakespeares Leben ranken sich viele Rätsel, die Forschung zu seiner Biografie und seinen Werken ist beinahe endlos. Nach seiner Taufe ist das nächste dokumentierte Ereignis seine Hochzeit mit Anne Hathaway, der Tochter eines Bauern aus der Gegend, im Alter von 18 Jahren. Anne war acht Jahre älter als er. Das erste Kind des Paares, Susanna, kam sechs Monate nach der Eheschließung zur Welt. Zwei Jahre später bekamen sie Zwillinge, einen Jungen und ein Mädchen, doch der Junge starb im Alter von 11 Jahren.

Eine Zeitlang verschwindet Shakespeare danach aus der offiziellen Dokumentation. Als er um 1592 wieder auftaucht, hat er sich bereits in London als Schauspieler und Autor hochgearbeitet. Nur wenige Jahre später zeigen sich die Früchte seiner unermüdlichen Arbeit. Von 1594 bis 1611 produziert er etwa zwei Stücke pro Jahr. Er wird berühmt, und sogar von Queen Elizabeth I. an den Hof geladen. Seine letzten Lebensjahre verbringt er wieder in Stratford-upon-Avon. Seine Geschichte ist mit seinem Tod aber noch lange nicht vorbei. Wie er selbst in seinem „Hamlet“ so schön sagte: „Was lebt, muss sterben Und Ew'ges nach der Zeitlichkeit erwerben.“

01.02.2014
28.01.2014
Kultur Berlinale im Februar - Schaulaufen mit George Clooney
Stefan Stosch 31.01.2014