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Kultur „Sieben Leben“: Will Smith hat ein ausgeprägtes Helfersyndrom
Nachrichten Kultur „Sieben Leben“: Will Smith hat ein ausgeprägtes Helfersyndrom
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21:41 10.01.2009
Will Smith als Ben Thomas im Film "Sieben Leben" Quelle: Sony Pictures

Soeben wurde er in den USA als der Star gewählt, der 2008 den amerikanischen Kinos so viel Geld eingebracht hat wie kein anderer. Der 40-Jährige ist damit nach Sydney Portier (1968) erst der zweite Schwarze, der zum „Top-Money-Making-Star“ ernannt wurde. Was ihn nicht daran hindert, gelegentlich auch Fehlentscheidungen zu treffen: 1999 lehnte er die Hauptrolle in dem heutigen Kultfilm „Matrix“ ab und spielte in dem mittelmäßigen Spektakel „Wild Wild West“.

Dabei war Smith, der als „Prinz von Bel-Air“ eine einzigartige Karriere startete, im Vorjahr nur in zwei Produktionen zu sehen: In dem Actionfilm „Hancock“ und in dem Drama „Sieben Leben“, das nun auch in unseren Kinos anläuft. Nach dem uramerikanischen „Vom Tellerwäscher zum Millionär“-Film „Das Streben nach Glück“ (2006) ist dies die zweite Zusammenarbeit mit dem italienischen Regisseur Gabriele Muccino. Smith spielt eine für ihn eher ungewohnte ernste Rolle.

Bedrückend geht es los: Ben Thomas alias Smith sitzt in einem Hotelzimmer und wählt die Nummer des Notdienstes. „Ich möchte einen Selbstmord melden“, sagt er. Wer das Opfer sei, fragt der Rettungsdienst. „Ich selbst“, lautet Bens Antwort. In Rückblenden wird erzählt, warum er sich töten möchte. Früher hat Ben als Ingenieur bei der Raumfahrt gearbeitet, jetzt ist er als amtlicher Steuereintreiber tätig. Eine merkwürdige Karriere, über deren Hintergründe man erst kurz vor Schluss aufgeklärt wird.

Diese Geheimniskrämerei hat Methode. Vieles bleibt lange im Dunkeln, erst nach und nach erfährt man, warum Ben in das Leben von sieben Menschen eingreift. So verschenkt er an eine arme mexikanische Einwandererfamilie sein luxuriöses Haus, kümmert sich um eine bettlägerige alte Dame. Und dann ist da die hübsche, schwer herzkranke Emily Posa (Rosario Dawson), der er einen nicht ganz legalen Steueraufschub gewährt. Und in die er sich, wen wundert‘s, verliebt.

Erzählt wird diese Geschichte streckenweise rührselig. Ertragen lässt er sich wegen Smiths Charme und seiner schauspielerischen Omnipotenz, die allerdings seine Mitspieler glatt erdrückt. Doch gegen Ende trieft „Sieben Leben“ vor banaler Religiosität, so dass man bisweilen – nicht nur wegen der zahlreichen christlichen Symbole – das Gefühl hat, in einer filmischen Bibellesung zu sitzen. Da kann man nur hoffen, dass Smith in seinem nächsten Film wie in „I am Legend“ oder „Hancock“ wieder mal die Welt rettet, statt sich um verlorene Seelen zu kümmern.

Seelenretter mit Mission: Hart an der Grenze zur Rührseligkeit.
Cinemaxx Raschplatz, Cinemaxx Nikolaistraße, Utopia, CineStar

von Ernst Corinth

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