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Kultur Silly im ausverkauften Capitol
Nachrichten Kultur Silly im ausverkauften Capitol
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13:07 10.12.2010
Goldstück: Anna Loos im Capitol Quelle: Martin Steiner
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Ein weißer Vorhang, Nebelschwaden im blauen Schweinwerferlicht. Mystische Klänge, Frauenchor. Das Intro des letzten Konzerts der „Alles Rot“-Tour kann sich sehen und hören lassen. Je mehr der weiße Stoff auf der Bühne zittert, desto nervöser werden die Fans. Manche haben 14 Jahre auf diesen Moment, auf das Comeback dieser ehemaligen DDR-Kultband gewartet. Der Vorhang fällt, Silly ist zurück. Lauter, kraftvoller und leidenschaftlicher denn je.

Mit „Nackter als du“ gelingt der Band um Anna Loos ein rockiger Einstieg, den das Publikum sofort mit stürmischem Applaus begrüßt. Loos macht von Anfang an klar, dass sie gut und gern auch mal Nein sagen kann, wie es in der nächsten bekannten Nummer heißt. Doch auch wenn die kratzbürstigen Querdenker lieber ihren ganz eigenen Weg gehen, romantisch sind sie trotzdem. Das Liebeslied „Ich verlasse mich“ kommt zwar nicht so zärtlich-melancholisch wie „Erinnert“ daher, erzeugt aber trotzdem eine intime Atmosphäre unter den rund 2000 Leuten. Und da eh schon so eine verträumte Stimmung herrscht, holt die Ostrock-Band ein paar Goldstücke aus der „Silly-Schatzkiste“, wie Loos es nennt.

„S.O.S“ und „Mont Klamott“ bringen vor allem unter den vielen alten Fans das auf den Punkt, was sich nach der Wende vor 20 Jahren als Ostalgie breitgemacht hat. Das gelungene Medley aus Klassikern wie „Verlorene Kinder“ oder „Asyl im Paradies“, vertont mit Geige, Gitarre und sanften Klavierklängen, komplettiert die Hommage an die eigene Vergangenheit.

Dann macht die Band mit frischer Energie und Liedern aus dem aktuellen Album wieder einen Satz ins Hier und Jetzt. „Alles Rot“ wird mit seiner eingängigen Melodie und den trotzigen Ansagen zum Höhepunkt des Abends, spätestens jetzt steht im Capitol keiner mehr still. Zweimal kommen die Musiker noch zurück. Doch am Ende verabschieden sie sich doch – von den Fans, von der Tournee und auch von der 1996 verstorbenen Silly-Sängerin Tamara Danz, der das letzte Lied „Sonnenblumen“ gewidmet ist.

Eine kraftvolle Show in Hannover beendet eine fast ausverkaufte Tournee. ­Silly versteht es, Gefühle zu zeigen, ohne kitschig zu klingen, und Ansagen zu machen, ohne sich aufzudrängen. Die Open-Air-Saison 2011 kann kommen. Silly ist schon da.

Birte von Hörsten

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Johanna Di Blasi 09.12.2010