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Kultur Simply Red feiert mit 10.000 Fans alte Zeiten
Nachrichten Kultur Simply Red feiert mit 10.000 Fans alte Zeiten
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00:27 07.11.2015
Von Uwe Janssen
Mit persönlichem Scheinwerferkegel und altmodischem Mikrofonkabel: Mick Hucknall, das sprichwörtliche Zentrum von Simply Red. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Hannover

Schon vor dem Konzert geht es los: Lieblingslieder, Prognosen, Wünsche – was willste hören? Von
 Simply Red, dieser britischen Pop-Soul-Band, die sich überraschend noch einmal für ein Album und eine Tour zusammengetan hat. Jeder der 10.000 Menschen in der TUI-Arena hat seine Momente mit Simply Red gehabt, vor dem Radio, auf der Tanzfläche, im Fahrstuhl oder bei sonst was. Also: Jetzt oder nie, her mit den Erinnerungen.

Mick Hucknall weiß das alles. Er weiß, was alle erwarten. Was also tun? Man könnte versuchen, das Rad oder in diesem Fall das Red doch noch mal neu zu erfinden, aber wem hilft das? Will das jemand hören? Oder bist du mit so einem Revival deine eigene Coverband, von der man bitteschön keine Experimente hören will? Vielleicht ist die Geschichte von Simply Red einfach aus­erzählt, sie handelte sowieso immer nur von Mick Hucknall. Es war das einzige Geheimnis dieser Band: die unfassbare Stimmkraft dieses Feuerkopfs.
Da sich an dieser beseelten Kraft überhaupt nichts geändert hat, steht zwei Stunden nostalgischer Schwelgerei also nichts im Wege. Nachdem sich ein virtueller roter Vorhang für ein kleines Filmchen aus der Bandhistorie geöffnet hat, schlendert Hucknall mit der Gitarre in seinen persönlichen Scheinwerfer­kegel und singt zunächst allein „Holding back the Years“. Erst später steigt die Band ein – sie ist auch da, aber im Halbdunkel. Hier steht nur einer vorn. So hat es immer funktioniert.

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„Ich hoffe, es sind einige eurer Favoriten aus 30 Jahren dabei“, sagt der freundliche Herr Hucknall, der sich von zwischenzeitlicher Rundlichkeit auf Tourneegewicht heruntergearbeitet hat. Kein Problem, er hat sein Hitprogramm breit gestreut.

Die britische Pop-Soul-Band mit Kultstatus – Simply Red – war zu Gast in der hannoverschen Tui Arena und spielte vor 10.000 begeisterten Fans. 

Dass es ein altmodischer Abend ist, deutet schon das Mikrofonkabel an, das der Sänger auf der Bühne hinter sich herzieht. Mancher funkmikrofonverwöhnte Hiphopper hätte sich nach zwei Songs eingewickelt, Hucknall räumt das Kabel in alter Schlagersängerschule mit der freien Hand aus dem Weg. Auch da stecken 30 Jahre Musikmachen drin.

Jeden Song moderiert er kurz an, mit Geburtsjahr, Album, Co-Komponisten, Anlass und was sonst noch so wissenswert ist. Kalter Kaffee für beinharte Fans, aber ganz hilfreich für die, die Simply Red nicht über die Musik hinaus wahrgenommen haben. „Say You Love Me“ oder „For Your Babies“ schmeicheln sich anfangs ins Ohr. Bei „Enough“ schwebt das erste Saxofonsolo durch den Saal. Die Dampfnummern, ohne die die Band nie diesen immensen Erfolg gehabt hätte, spart sich Hucknall für später auf. Dann aber richtig: „Thrill me“, „A New Flame“, „It’s Only Love“, „Stars“, „Come to my Aid“. Da kommt Bewegung in den komplett bestuhlten Saal, vor der Bühne füllt es sich mit Tanzwilligen, die Ordner lassen es dankenswerterweise geschehen. Die Band zeigt, wie sie grooven kann, Hucknall singt sich in Fahrt, und vor ihm wird fast schon geschwitzt. Ein bisschen wie früher auf den kleinen Bühnen. Ist ja ein Nostalgieabend. Also: Passt!     

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