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Kultur Mitreißender Groove: Slixs im Pavillon
Nachrichten Kultur Mitreißender Groove: Slixs im Pavillon
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00:25 09.05.2018
Slixs im Pavillon in Hannover.
Slixs im Pavillon in Hannover. Quelle: Villegas
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Hannover

 Sie selbst bezeichnen ihren Stil als Vocal Bastard a cappella. Das, was Slixs auf der Bühne veranstalten, ist ein wilder Mix aus allen erdenklichen Stilrichtungen der sogenannten E- und U-Musik. Slixs geht es – anders als vielen anderen a-cappella-Formationen – auch um die Darstellung, Veränderung und Weiterentwicklung des Klanges selbst. In diesem Punkt bewegen sich Katharina Debus, Gregorio Hernandez, Michael Eimann, Konrad Zeiner, Karsten Müller und Thomas Piontek durchaus in Bereichen, die auch bei vielen Vertretern der Neuen Musik eine zentrale Rolle spielen.

Slix im Pavillon

Allerdings tun sie dies auf eine weit massentauglichere und leichter zu genießende Art und Weise, denn sie sprechen immer direkt die Gefühle ihrer Hörer an. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber nicht, dass ihre Stücke dadurch weniger anspruchsvoll wären. Slixs schaffen es, musikalische Komplexität und emotionale Ansprache auf höchster Ebene zu verbinden. Und dankenswerterweise tragen sie ihre hohen Ansprüche nicht beifallheischend vor sich her.

Abgesehen von wenigen Ausnahmen komponieren Slixs ihre Stücke selbst. Das reicht von groovigen Funknummern über Big Band-Swing bis hin zu verträumt entrückten Partsongs. Dass es sich bei den sechs VokalistInnen um Könner ihres Fachs handelt, durfte man – ungeplant – gleich zu Beginn des Auftritts erleben: Wegen eines ausgefallenen Mikrophons musste eine kurze Zeitspanne ad hoc unplugged überbrückt werden. Ohne Probleme wurde der Raum klanglich gefüllt und auch ohne beigemischten Hall oder andere Effekte trugen die Stimmen.

Vor allem aber transportieren die SängerInnen den Spaß an der Sache und nehmen ihr Publikum, auch mit ihren launigen Moderationen, mit auf eine berauschende und begeisternde Reise durch die Welt der Vokalklangfarben. Selbst in den hochvirtuosen Bach-Bearbeitungen werden Gesangstechnik und perfektes Zusammenspiel nie Selbstzweck.

Ebenso abwechslungsreich wie klangvoll wurde der Auftritt von Slixs vom hannoverschen Vokalquintett Sub5 eingeleitet. Dieses noch recht junge Ensemble (Juliette Jacobsen, Marlies Teichmann, Joël Besmehn, Jan-Marco Schäfer und Ole Backhaus) arrangiert seine Stücke selbst und besticht besonders mit seiner ausgewogenen Klangbalance. Besonders interessant und überzeugend war die Bearbeitung von „All of Me“, bei der der Hit von John Legend und der gleichnamige Jazzstandard von Gerald Marks zu einer wunderbaren Melange gemischt wurden.

Den Veranstaltern ist ein wunderbarer Auftakt für die a cappella-Woche Hannover gelungen, der Lust macht auf die weiteren Konzerte dieses besonderen Festivals.

 Die 18. Internationale A-cappella-Woche Hannover endet am 13. Mai. Für die meisten Veranstaltungen sind noch Restkarten erhältlich.

 

Von Michael Meyer-Frerichs

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