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Kultur Soderbergh inszeniert wildes Stripper-Leben
Nachrichten Kultur Soderbergh inszeniert wildes Stripper-Leben
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20:17 15.08.2012
Morgens Dachdecker, abends Stripper - Mike lebt nach dem Motto: „Frauen, Geld und eine gute Zeit“. Quelle: Concorde Filmverleih
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Berlin

Channing Tatum als „Magic Mike“ im neuen Soderbergh-Film

Er arbeitet als Stripper in einem Club in Tampa, Florida. Der gut gebaute und so selbstbewusste Mike aber hat noch andere Jobs. Beim Dachdecken lernt er Adam kennen und wird schnell zu einer Art Mentor für den 19-Jährigen. Er führt ihn ein in die Stripper-Szene der Stadt, bringt ihm bei, wie man die Frauen verrückt macht mit den richtigen Bewegungen auf der Bühne. Mike indes verliebt sich in Adams aparte Schwester, die dem glamourösen Treiben im Nachtleben der Stadt skeptisch gegenüber steht. Die mit ernsten Untertönen gespickte Komödie stammt von US-Regisseur Steven Soderbergh („Ocean’s Eleven“). Die Hauptrolle des „Magic Mike“ wird verkörpert von Channing Tatum („21 Jump Street“). Auch mit dabei: Matthew McConaughey.

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„We need to talk about Kevin“ - Drama um Amokläufer

In „We need to talk about Kevin“ erzählt die schottische Regisseurin Lynne Ramsay nach dem gleichnamigen Roman von Lionel Shriver von einer Mutter-Kind-Beziehung, die in einer Katastrophe endet. Eva, überragend gespielt von Tilda Swinton, will ihren Sohn lieben, schafft es aber nicht. Kevin verachtet seine Mutter, quält sie mit Arroganz und Gemeinheiten - und nimmt ihr mit einem Amoklauf schließlich alles, was sie liebt. Ramsay erzählt quälend langsam und in hypnotischen Bildern von misslungener Elternschaft, Schuld und Versagen. Diese beklemmende Studie wandelt auf dem schmalen Grad zwischen psychologischem Drama und Horrorfilm, stellt viele Fragen und beantwortet keine.

„360“ - Prominent besetzter Episodenfilm über die Liebe

Sehr frei nach Arthur Schnitzlers „Reigen“ verwebt der brasilianisch Regisseur Fernando Meirelles („City of God“) in „360“ Liebesgeschichten über den ganzen Erdball. Da ist der britische Geschäftsmann (Jude Law), der in Wien eine slowakische Prostituierte treffen will, während seine Frau (Rachel Weisz) gerade die Affäre mit ihrem brasilianischen Lover beendet und dessen Freundin sich enttäuscht auf den Weg zurück nach Brasilien macht. Und so geht es weiter. Mit vielen Stars und ruhigen Bildern spinnt er ein weltweites Netz aus Liebe, Betrug, Enttäuschung und Glück - manchmal banal, manchmal sehr berührend.

Regisseur Fernando Meirelles hat seinen Episodenfilm mit hochkarätigen Stars besetzt.

„Was passiert, wenn's passiert ist“: Komödie mit Cameron Diaz

Vom emotionalen Ausnahmezustand, den eine Schwangerschaft und ein neugeborenes Kind auslösen können, erzählt dieser Ensemblefilm. Der in England geborene Regisseur Kirk Jones („Eine zauberhafte Nanny“) schickt fünf Paare, die unterschiedlicher kaum sein könnten, auf eine emotionale, mitunter konstruiert wirkende Achterbahnfahrt, die erst an der Wickelfront endet. Das bedeutet 110 Minuten Baby-Alarm: Hollywoodstars wie Cameron Diaz, Jennifer Lopez, Chris Rock oder Dennis Quaid geben sich reichlich Mühe, der eher auf schnelle Pointen ausgelegten Komödie Leben einzuhauchen.

Schwarze Komödie „Wer's glaubt wird selig“ von Rosenmüller

Eine tote Schwiegermutter, die zur Heiligen werden soll, ein falscher Priester und jede Menge Wunder - eine kuriose Mischung, die Marcus H. Rosenmüller in seinem neuen Kinofilm darbietet. Seine Komödie spielt im Skiort Hollerbach, in dem es keinen Schnee und erst keine Touristen mehr gibt. Als die fromme Daisy von einem Kruzifix erschlagen wird, will ihr Schwiegersohn Georg sie heilig sprechen lassen, damit das Dorf zum Wallfahrtsort wird. Georg und seine Freunde hecken einen irren Plan aus, um den Abgesandten des Vatikans zu überzeugen. Christian Ulmen glänzt in der Rolle des linkischen Gastwirts Georg, der mit der Heiligen Daisy auch seine Ehe wieder ins Lot bringen will. Der Film hat zwar nicht viel Tiefgang, steckt aber voller lustiger und skurriler Ideen.

„Starbuck“ - Hinreißende Komödie um Samenspender-Kinder

David (Patrick Huard) ist ein typischer Loser, der sein Leben nicht auf die Reihe kriegt. Sein Geld verdient er als Fahrer in der Metzgerei seiner Brüder, nebenbei versucht er Hanf anzubauen und meldet sich nur sporadisch bei seiner Freundin. Doch plötzlich ändert sich sein Leben schlagartig. Nicht nur seine Freundin wird schwanger, unerwartet steht auch ein Anwalt vor seiner Tür, der ihm verkündet, dass er als Samenspender Starbuck bereits Vater von 533 Kindern ist, von denen 142 ihn kennenlernen wollen. Plötzlich steht David vor der Entscheidung, ob er Verantwortung übernehmen will oder nicht. Heimlich sucht er ein paar seiner erwachsenen Kinder auf und mischt sich in ihr Leben ein - mit ungeahnten Folgen für beide Seiten.

„This Ain't California“: Rasanter Film über DDR-Rollbrettfahrer

Rollbrettfahrer - so hießen in der DDR die Skateboarder. In seinem Kinodebüt „This Ain't California“ (Das ist nicht Kalifornien) erzählt Marten Persiel die Geschichte dreier Skater-Freunde. Herausgekommen ist ein rasanter Mix aus Dokumentarfilm, Reportage, nachgestellten Szenen und Collage. Die Jungs wachsen in den Beton- und Plattenbaulandschaften von Magdeburg-Neu-Olvenstedt und Ost-Berlin auf - und kämpfen auf ihre ganz eigene Art gegen die Beton-Köpfe und Einschränkungen der DDR-Gesellschaft. Persiel spielt gekonnt mit den verschiedenen Stilmitteln. Er mixt aus seinem Material mit schnellen Schnitten ein atmosphärisch dichtes Dokument der Zeitgeschichte: Authentisch, nah, berührend - deutsche Geschichte von unten.

Marten Persiel hat mit dem Film „This Ain't California“ ein vielstimmiges Portrait der Skaterkultur in der DDR geschaffen.

Fotografisches Gedächtnis Israels - Dokumentarfilm „Life in Stills“

Das kleine Fotogeschäft in Tel Aviv birgt einen echten Schatz. Die 96-jährige Miriam Weissenstein hütet fast eine Million Fotos ihres verstorbenen Mannes Rudi - es ist das fotografische Gedächtnis Israels. Für ihren berührenden Dokumentarfilm „Life in Stills“ hat Regisseurin Tamar Tal die alte Dame und ihren inzwischen ins Fotogeschäft eingestiegenen Enkel Ben mit der Kamera begleitet. Rudi Weissenstein war der einzige Fotograf, der 1948 die Zeremonie der Unabhängigkeitserklärung Israels fotografieren durfte. Über Jahrzehnte dokumentierte er die Entwicklung des Staates. Jetzt soll das Fotogeschäft einem Neubau, was Miriam und Ben vor schwere Entscheidungen stellt. Ein kleiner Film über zwei Individualisten mit großem Herz.

dpa/r.

Kultur Tango-Festival in Argentinien - Im Zeichen des Tangos
15.08.2012
15.08.2012