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Kultur Das Sprengel ist Deutschlands „Museum des Jahres“
Nachrichten Kultur Das Sprengel ist Deutschlands „Museum des Jahres“
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20:43 06.11.2017
Von Daniel Alexander Schacht
Sichtbarer Neuzugang: „Twister“ von Alice Aycock steht als Leihgabe der Hannover-Rück-Stiftung seit 2016 vor dem Sprengel-Museum. Quelle: Holger Hollemann
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Hannover

Eine tolle Bestätigung“ - mit diesen Worten reagiert Reinhard Spieler, der Direktor des Sprengel-Museums, auf die gute Nachricht: Kunstkritiker haben das Haus am Maschsee zum „Museum des Jahres 2017“ gewählt. Das hat die deutsche Sektion des Internationaen Kunstkritikerverbandes Aica am Montag bekanntgegeben. Das Sprengel-Museum widme sich „so konsequent wie kaum ein anderes deutsches Museum“ der zeitgenössischen Kunst, heißt es in der Begründung des Verbandes.

Faktoren des Erfolgs

Hervorgehoben werden überdies die „hervorragenden Bestände“ des Museums bei der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, die durch eine kluge Ankaufspolitik und Schenkungen ständig wüchsen. Überdies erwähnen die Kritiker ausdrücklich die Gründung eines Foto-Blogs, der eine Plattform biete, „um unter dem Horizont der Kunst über Fotografie zu diskutieren“.

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Die Werke aus der Sammlung von Georg Girardet werden im Sprengel-Museum gezeigt. 

Aus Sicht von Museumschef Spieler ist die starke Sammlung zwar Voraussetzung für den Erfolg des Hauses. „Diese Sammlung gibt es schließlich schon seit langem.“ Vielmehr kämen drei Faktoren zusammen - ein neuer Blick auf die reichen Bestände, weitsichtiges Bemühen um Neuzugänge und neue Akzente bei der Fotografie.

Der genaue Blick:

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Mehr zum Thema Sprengel-Museum lesen Sie hier.

Schon aus Anlass der großen Sammlungsschau „130% Sprengel“ hat das Museumsteam die Bestände aufs Neue durchforstet. „Die Sammlung konnte so auch von den Besuchern mit einem aktuellen Blick erlebt werden.“ Tatsächlich wurden in der Sammlungsschau bisweilen überraschende Querbezüge zwischen Künstlern und Epochen und oft jenseits kunsthistorischen Kästchendenkens offenbar - auch durch die Kombination mit neuer Kunst

Strategische Neuzugänge: Zugleich mit der Sammlungsschau hat das Museum ein Dutzend Neuzugänge publik gemacht, die oft Brückenschläge zwischen Sammlungsbestand und Gegenwartskunst sind. In Ermangelung eines Ankaufsetats handelt es sich dabei um Leihgaben, Schenkungen oder Erwerbungen durch Stiftungen oder den Freundeskreis. Die Sprengelfreunde haben etwa Julians Rosefeldts spektakuläre „Manifesto“-Installation möglich gemacht. Die Fritz-Behrens-Stiftung und andere Förderer haben den Ankauf des Umbo-Fotokonvoluts ermöglicht.

Schwerpunkt Fotografie: Über seinen starken Fotografiebestand hinaus bietet das Museum unter www.foto-kunst-theorie.de die erste Museumsplattform zur Fotografie in Deutschland. „Da gibt es Texte zur Fotografie, Hinweise auf Ausstellungen und Veranstaltungen“, sagt Fotokurator Stefan Gronert. Alle acht bis 14 Tage sei da Neues zu entdecken, fast 100 000 Zugriffe habe es seit dem Start im Juni schon gegeben. „Ich will damit eine neue Zielgruppe fürs Museum erreichen“, sagt Gronert. „Für 2018 plane ich, eine Ausstellung statt mit Katalog mit einer Homepage zu begleiten.“

Ronald Meyer-Arlt 09.11.2017
Daniel Alexander Schacht 05.11.2017