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Kultur Staatstheater Hannover stellt Spielplan 2013/14 vor
Nachrichten Kultur Staatstheater Hannover stellt Spielplan 2013/14 vor
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19:37 18.04.2013
Von Ronald Meyer-Arlt
Dramaturgen und Intendant: Aljoscha Begrich, Judith Gerstenberg, Lars-Ole Walburg, Kerstin Behrens, Johannes Kirsten, und Florian Fiedler.
Dramaturgen und Intendant: Aljoscha Begrich, Judith Gerstenberg, Lars-Ole Walburg, Kerstin Behrens, Johannes Kirsten, und Florian Fiedler. Quelle: Surrey
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Hannover

Auch Langzeitprojekte kommen irgendwann an ihr Ende: In der kommenden Spielzeit wird das Schauspiel Hannover die letzte Folge des theatralen Feldversuchs „Die Welt ohne uns“ präsentieren, eines Projekts, das vor fünf Jahren begann und in mehreren Folgen eine Welt nach dem Ende der Menschheit vorgestellt hat. Im Frühjahr 2014 soll’s den Schlussakt der Geschichte geben. Die Zeit: 10000 Jahre nach dem Ende der Menschheit, Europa liegt längst unter Wasser, Ländergrenzen gibt es nicht mal in der Erinnerung. In einem Bunker halten sechs intelligente Roboter Rückschau und versuchen, Wendepunkte der Menschheitsgeschichte zu rekonstruieren. Präsentiert wird das posthumane Theater vom Künstlerkollektiv BBM (Beobachter der Bediener von Maschinen), das zur Expo mit fahrbaren Rieseneiern auf sich aufmerksam gemacht hat.

Das Maschinentheaterprojekt gehört zu einem thematischen Schwerpunkt des Theaters in der neuen Saison. Maschinen, Roboter, digitale Welten werden eine besondere Rolle spielen. In der neuen Spielzeit, die am 7. September eröffnet wird, soll auch ein neues Langzeittheaterprojekt ins Leben gerufen werden. Der Sänger, Autor und Schauspieler Rainald Grebe will sich am Schauspiel Hannover drei Jahre lang mit dem technischen Wandel beschäftigen. Das erste derartige Theaterprojekt hat am 16. Mai 2014 Premiere. Sein Titel „Das Anadigiding“. Passend dazu spielt die Figurentheatergruppe „Das Helmi“ (mit der das Schauspiel gerade eine längere Kooperation vereinbart hat) einen der wichtigsten Mensch-Maschine-Filme nach: „Der Minator 2“ hat am 17. Januar Premiere.

23 Neuproduktionen

23 Neuproduktionen sind in der kommenden Spielzeit geplant. Intendant Lars-Ole Walburg wird sich zur Saisoneröffnung mit dem Schriftsteller Wilhelm Hauff auseinandersetzen. Gespielt wird „Das Wirtshaus im Spessart“ - mit einem fulminanten haustypischen Untertitel: „Eine Angstexpertise“. Weitere Romandramatisierungen sind „Hiob“ nach Joseph Roth (22. Februar, Regie: Christopher Rüping), „Die Verwandlung“ nach Kafka (26. September, Albrecht Hirche), „Tschick“ nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf (27. September, Anne-Stine Peters) und auch „Das Mädchen Rosemarie“ nach dem Drehbuch und dem Roman von Erich Kuby (5. April, Milan Peschel) über die Prostituierte Rosemarie Nitribitt.

Die Auseinandersetzung mit bundesrepublikanischer Wirklichkeit ist ein weiterer Schwerpunkt des Spielplans, der aber auch Klassiker wie Shakespeares „Sommernachtstraum“ (18. Januar, Florian Fiedler) und Tschechows „Drei Schwestern“ (28. September, Sascha Hawemann) präsentiert. Zeitgenössische Dramatiker kommen auch vor, aber für die kommende Spielzeit will man am Schauspiel Hannover Autorenpflege auf besonders sanfte Art betreiben. Weil Autoren zu Recht darüber klagen, dass der Theaterbetrieb ihre Texte meist nur als Uraufführungen zeigt, will sich Hannover als Nachspielort etablieren. Gezeigt werden „Corpus Delicti“ von Juli Zeh, (15. März, Lars-Ole Walburg), „Kaspar Häuser Meer“ von Felicia Zeller (16. Januar, Heike M. Goetze) und „Der Freund krank“ (26. April, Felicitas Brucker).

Mit einem Kinder- und Jugendstück zur Vorweihnachtszeit („Peter Pan“), einem Konzerttheaterstück („Das weiße Album“ der Beatles) und einigen spannenden Projekten (etwa über Soldaten oder über Politikerreden) dürfte das eine spannende und - wenn alles klappt - auch erfolgreiche Spielzeit werden. Auf gutem Weg befindet sich das Schauspiel Hannover allemal. Bei der Vorstellung des neuen Spielplans sagte Walburg: „Ich bin froh, dass sich die Situation am Schauspiel Hannover konsolidiert hat.“ Es gebe einen „Zuwachs an Vollzahlern“ und einen „deutlichen Zuwachs an jungen Besuchern“.

Manche Besucher werden in der kommenden Spielzeit allerdings etwas mehr zahlen müssen: Die Karten für Besuche im Schauspielhaus steigen je nach Sitzplatz um 50 Cent oder einen Euro. Die Kartenpreise für die übrigen Spielstätten ändern sich aber nicht.

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