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Kultur Stahlhelm, Löffel und Puzzle: 10 Jahre Beatles-Museum
Nachrichten Kultur Stahlhelm, Löffel und Puzzle: 10 Jahre Beatles-Museum
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12:06 05.04.2010
In einem Beatles-Fan-Zimmer präsentiert Museumsleiter Martin Schmidt eine Auswahl verschiedener Plattencover der legendären Musikgruppe. Quelle: dpa
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Unterdessen ist die Sammlung deutlich gewachsen - und soll auch noch größer werden. Im vergangenen Jahr kamen rund 20.000 Besucher, obwohl nur sehr wenige Originale von John, Paul, George und Ringo zu sehen sind. Dennoch ist das 300 Jahre alte Haus auf drei Etagen bis unter die Decke mit Exponaten voll.

Als 14-Jähriger hat Museumsgründer Rainer Moers 1964 seine erste Beatles-Schallplatte erworben - und seither alles Mögliche herangeschafft, was es über die Pilzköpfe aus London gab und gibt:
Zeitungsartikel, Fotos, Unmengen an Werbeartikeln, Bücher, Plakate, Filme und natürlich Musik. In der museumseigenen Bibliothek mit dem Namen „L-H-S“ (Lesen-Hören-Sehen) stehen hunderte Bücher über die Band sowie CDs und DVDs mit ihrer Musik. Wenige Meter davon entfernt dürfen die Besucher mit helfen, ein riesiges Beatles-Puzzle zu komplettieren.

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“2500 Exponate zeigen wir, das ist etwa ein Fünftel von dem, was Moers bisher gesammelt hat“, sagt Museumsleiter Martin Schmidt. Wertvollstes Stück sei ein Gruppenfoto, auf dessen Rückseite alle vier Beatles unterschrieben haben. Nicht minder wertvoll sind ein Löffel, mit dem John Lennon einst aß und ein englischer Stahlhelm, den er im Antikriegsfilm „Wie ich den Krieg gewann“ trug.

Nur als Kopie hängen sowohl die Geburtsurkunden von John Lennon (1940-1980), George Harrison (1943-2001), Ringo Starr (69) und Paul McCartney (67) als auch die Kinderfotos der Beatles im Eingangsbereich der Schau. Allerdings hat der Museumsgründer gute Kontakte zum Beatles-Umfeld und von dort einige Raritäten bekommen. So steuerte Beatles-Fotografin Astrid Kirchherr Fotos aus ihrem Privatarchiv bei, auf denen sie mit drei jungen Beatles auf einem Urlaub 1963 auf Teneriffa zu sehen ist. Heinz Edelmann, Chefzeichner des Films von „Yellow Submarine“, zeichnete eigens für das Museum eine kleine Fortsetzung.

Regelmäßiger Gast des Privatmuseums ist auch der Künstler Klaus Voormann, „der fünfte Beatle“. Der Bassist und Grafiker hatte die berühmten Liverpooler in den 1960er Jahren in Hamburg kennengelernt und wurde ein enger Freund von ihnen. Er gestaltete auch das Cover des legendären Beatles-Albums „Revolver“. Zum Beatles-Museum in Halle sagt Voormann: „Von anderen Ausstellungsräumlichkeiten unterscheidet es sich durch die heimelige Atmosphäre und die Liebe zum Detail. Man spürt, dass der wirtschaftliche Aspekt nicht im Vordergrund steht, sondern das Herzblut.“ Das Museum wird vor allem von den Erlösen aus dem Versandhandel mit Beatles-Produkten finanziert, den Moers betreibt.

dpa