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Kultur Ein Sänger, alle Hits
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19:04 07.05.2015
Von Uwe Janssen
Und noch’n Hit: Albert Hammond im Capitol. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Er spielt es tatsächlich. „One Moment in Time“, in seiner bekannten Form ein Monster von einer Ballade, inbrünstig vorgetragen von Whitney Houston und bestens verwendbar zu Zeitlupenbildern von sportlichen Zieleinläufen. Nun steht da dieser Albert Hammond auf der Bühne im hannoverschen Capitol und singt diesen Song. Er darf das, er hat ihn schließlich geschrieben. Klingt gar nicht schlecht, so eher zurückhaltend auf Akustikgitarrenbasis instrumentiert und mit weniger Pathos. Aber ein Welthit wäre es in seiner Version wohl nicht geworden.

Er schrieb sie alle: Songs für Whitney Houston, die Hollies, Starship, Tina Turner und Johnny Cash. Jetzt singt er sie selber: Im Capitol trat Albert Hammond auf.

Im Capitol haben die Fans den drahtig wirkenden 70-Jährigen zu diesem Zeitpunkt längst ins Herz geschlossen. Er hat gesungen und er hat erzählt. Über die Songs und sein Leben als musikalischer Dienstleister. Neben Whitney Houston waren The Hollies („The Air that I Breathe“) unter seinen Kunden, Starship („Nothing’s Gonna Stop Us Now“), Tina Turner, Johnny Cash, Chicago, Roy Orbison – und sogar Julio Iglesias, mit dem er, wie er amüsant erzählt, auf spanisch parlierte und ihm (und Willie Nelson) dann einen Welthit schrieb: „To All the Girls I’ve Loved Before“.

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Das alles hat dem in London geborenen Wahlamerikaner ein sorgenfreies Leben beschert, und das alles singt er, quasi als Coverversion seiner eigenen Lieder, den gut 500 Menschen vor, die dem bescheiden wirkenden Hitmacher lauschen. Stargehabe ist ihm fremd. Den ganzen Abend steht der Lockenkopf fast stoisch an seinem Mikrofon, seine vierköpfige Band unterstützt ihn wohldosiert. Das Tuch am Kopf seiner Gitarre verströmt ein bisschen Hippiegefühl. Passende Songs hat er ja auch: „It Never Rains in Southern California“, „Down by the River“, „Everything I Want to Do“ oder „Free Electric Band“ haben ihn in den seligen Siebzigern auch als Interpreten in die Charts gehoben. Und in Ilja Richters „Disco“-Sendungen, wo Hammond immer wieder Gast war. Das Publikum, vorn im Capitol auf Stühlen platziert, geht immer begeisterter mit.

Man merkt Hammond an, wie viel Spaß ihm der Abend macht. Als die Zweistundenmarke schon überschritten ist, dreht er eine Runde durch den Saal und schüttelt fleißig Hände. Da nutzen viele gern die Gelegenheit. Ein Stück Popgeschichte kriegt man nicht alle Tage zu fassen.     

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