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Kultur Status-Quo-Frontmann Rossi allein auf der Bühne
Nachrichten Kultur Status-Quo-Frontmann Rossi allein auf der Bühne
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15:03 11.05.2010
Frontmann Francis Rossi von "Status Quo". Quelle: Frank Wilde
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Nach vier Jahrzehnten an der Seite seines Kompagnons Rick Parfitt (61) hat der Altrocker aus London ein neues Solo-Album vorgelegt, mit dem er von diesem Mittwoch an auf Tour durch Großbritannien geht. Übrigens zum ersten Mal ohne seine legendäre Haarpracht, denn im vergangenen Jahr hat sich Rossi schweren Herzens von seinem Pferdeschwanz getrennt.

Für die meisten Bandmusiker bietet eine Solo-Platte endlich einmal die Gelegenheit, sich musikalisch auf neues Terrain zu begeben - nicht so für Rossi. Er bleibt auch auf „One Step At A Time“ seinen Boogie-Rock-Wurzeln treu. Für 118 Millionen verkaufte Tonträger und etwa 6000 Live-Auftritte der wohl erfolgreichsten Partyrockband der Welt hat dieser ureigene Sound gereicht, also wozu die Formel ändern?

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Die Silberscheibe enthält demnach wenig Überraschendes, die echten Fans dürften ihn dafür lieben. Seine Soloauftritte stellen für Rossi dennoch eine große Herausforderung dar, wie er der Deutschen Presse- Agentur verriet. „Einerseits freue ich mich riesig auf die Konzerte, aber manchmal sag ich mir: „Halt, stopp - was machst du denn da?“, sagte der achtfache Vater Rossi. „Außer bei Status Quo habe ich in keiner anderen Band gespielt, und seit 1967 stand ich noch nie auf der Bühne ohne Rick.“

Rossis letztes Soloalbum „The Doghouse“ liegt 14 Jahre zurück und kam bei den Kritikern nicht besonders gut an. Warum also will der Altvater des wilden Headbangens es gerade jetzt wieder versuchen? „Ich höre nie auf, Lieder und Melodien zu schreiben, und so haben sich über die Jahre viele Songs angesammelt“, erklärte er lapidar.

Das neue Album enthält durchweg eingängige Songs, etliche wie das Auftaktstück „Sleeping On The Job“ oder „Faded Memory“ hätten gut auf die letzte Quo-Platte „In Search Of The Fourth Chord“ gepasst. Ein neues Status-Quo-Album ist erst 2011 zu erwarten.

Für die Fans der Hauptband hält die Rossi-Solo-CD aber immerhin ein „Original“ bereit: Die Neuauflage des Megahits „Caroline“ (1973) entspreche viel eher dem Geist des Liedes als die Urversion, die sich weltweit millionenfach verkauft hat, meint Rossi. Ob es allen Quo- Anhängern gefällt? Wohl kaum - als Beispiel nur ein Urteil aus einem Fanforum: „Nichts gegen die Idee, alte Quo-Lieder neu aufzunehmen, nur von Klassikern wie „Caroline“ sollte man die Finger lassen.“

dpa