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Kultur „Stirb langsam 5“ ist eine Ballerorgie in Moskau
Nachrichten Kultur „Stirb langsam 5“ ist eine Ballerorgie in Moskau
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03:12 15.02.2013
Foto: Harter Typ: Bruce Willis (links) als John McClane.
Harter Typ: Bruce Willis (links) als John McClane. Quelle: 20th Century Fox
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Berlin

Die Premiere im Jahr 1988 gilt als Blaupause für unzählige „Ein Mann gegen den Rest der Welt“-Streifen. Regisseur John Moore hat mit „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ einen schlechten James-Bond-Verschnitt gedreht. Es gibt wenig Überraschendes, ein paar schmissige Sprüche von McClane und die Wiederauflage des Kalten Krieges: Diesmal verschlägt es den New Yorker Polizisten nach Moskau, wo er seinen Sohn Jack (Jai Courtney) in Schwierigkeiten vermutet. Dieser arbeitet dort jedoch für die CIA, und sein Vater ist so ziemlich der letzte Mensch, den er sehen will. Der Vater-Sohn-Konflikt hätte Potenzial für Dramatik. Doch Moore verschenkt dies – wie auch die schauspielerischen Fähigkeiten seines Ensembles.

Willis kann deutlich mehr, als den Kopf schief zur Seite zu legen und Einzeiler loszulassen. Nebendarsteller Sebastian Koch ist genauso sündhaft unterbeschäftigt wie die Hauptfigur. Es geht um korrupte Politiker und Handel mit Plutonium. Moskau kommt dabei rüber wie die Wiege des Bösen, die Heimkehr der Helden in die Staaten am Ende trieft vor Schmalz.

Im neuesten Teil „Stirb langsam 5 - Ein guter Tag zum Sterben“ verschlägt es Bruce Willis als Cop John McClane nach Russland.

Hier wird dick aufgetragen, die Ironie der ersten Teile ist einer Ballerorgie gewichen, die völlig austauschbar ist. Denn Regisseur Moore hat durchaus ein Händchen für originelle Actionsequenzen: Gerade in puncto Autoverfolgungsjagd setzt der fünfte Teil von „Stirb langsam“ in der ersten halben Stunde neue Standards. Hier fliegen Luxusautos durch den Moskauer Himmel, dass es kracht.

Auch McClanes Ausweg aus dem Verkehrschaos sucht seinesgleichen: Er springt von einer Brücke auf die anderen Wagen und donnert über deren Dächer. Dabei telefoniert er nebenbei mit seiner Tochter. Dies sind die kurzen Szenen, in denen der staubtrockene Humor und die Magie des ersten oder dritten Teils der Saga wieder aufleben. Leider machen sie nicht die restlichen Ausfälle wett. Im unvermeidlichen sechsten Part sollte Bruce Willis darauf achten, das Erbe seines Superhelden, der stets zur falschen Zeit am falschen Ort ist, nicht vollständig zu verspielen.

Ein Remake zu viel: 
Früher war vieles besser.
 Cinemaxx Raschplatz, Cinemaxx Nikolaistraße, CineStar, Utopia

Von Maja Heinrich

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