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Kultur Streetart-Künstler Bansky bleibt auch in Berlin unerkannt
Nachrichten Kultur Streetart-Künstler Bansky bleibt auch in Berlin unerkannt
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14:36 14.02.2010
Der britische Künstler gibt sich nicht zu erkennen: Der Film zeigt ihn mit Comc-Maske oder Kapuzenpullover. Quelle: ap
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In „Exit Through The Gift Store“ geht es um einen exzentrischen französischen Filmemacher, der die bei Nacht und Nebel arbeitenden Graffiti- und Streetart-Künstler begleitet und interviewt. Er lernt den auf dem Kunstmarkt hoch gehandelten Banksy kennen und wird selbst zum Künstler. Auf einer Pressekonferenz zeigt sich Banksy bei den Filmfestspielen nicht - wie erwartet. Stattdessen spricht er am Sonntag auf der Leinwand in einem Grußwort zu den Zuschauern.

Banksy, dessen Identität geheim ist, begann in den neunziger Jahren in Bristol seine Karriere als Graffiti-Künstler. Mit Hilfe von Schablonen sprüht Banksy Ratten, Affen und küssende Polizisten ins Straßenbild. Spektakulär waren seine Schmuggelaktionen, bei denen er heimlich seine Werke in Museen hängte.

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Banksys Guerilla-Kunst ist ironisch wie politisch. Er bemalte sogar die Mauer im Westjordanland, eine Zeitung nannte ihn „Westbanksy“. Bei Disney World in Florida stellte er eine Figur eines Guantanamo-Häftlings auf, was die Sicherheitsleute alarmierte. Sammler zahlten schon sechsstellige Beträge für seine Schablonenbilder auf Holz, Leinwand und Metall. Das Phänomen Banksy ist auch ein Beispiel für den heißgelaufenen Kunstmarkt. Zu einer Vernissage in Los Angeles ließ der Brite einen mit Fingerfarbe bemalten Elefanten einmarschieren.

Seine Eltern denken angeblich, dass er Maler oder Dekorateur ist. Bilder zeigen ihn mit Kapuzenpulli, abgedunkeltem Gesicht oder Comicmaske. „Exit Through The Gift Store“ ist sein Filmdebüt. Es lief bereits beim Sundance Festival. Nach der Berlinale dürften „Banksylogen“ auf den Straßen Ausschau halten, ob der Künstler nicht doch da war und vielleicht eine kleine Ratte hinterlassen hat.

dpa