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Kultur „Tatort“-Schauspielerin Anna Schudt hofft auf den Emmy
Nachrichten Kultur „Tatort“-Schauspielerin Anna Schudt hofft auf den Emmy
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06:24 19.11.2018
Gaby Köster und Anna Schudt (r.) Quelle: Geisler-Fotopress

Sie sind am 19. November in New York für den International Emmy für Ihre Rolle als Gaby Köster in „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ nominiert. Ihre US-Kollegen bereiten sich auf solche Roten-Teppich-Auftritte akribisch. Was machen Sie?

Da sollte ich mich vielleicht nochmal erkundigen – bis jetzt genieße ich einfach noch den Zustand, nominiert zu sein. Ich versuche, mich da nicht verrückt zu machen und freue mich in erster Linie wahnsinnig auf die Begegnungen mit den Mitnominierten. Über sie habe ich im Internet schon recherchiert – über Diättricks noch nicht.

Auf wen freuen Sie sich bei der Verleihung am meisten?

Auf Emily Watson, die für den Fernseh-Thriller „Apple Tree Yard“ nominiert ist. Ihre Schauspielkunst hat mich schon bei dem Lars-von-Trier-Film „Breaking the Waves“ fasziniert. Den habe ich gleich viermal gesehen. Eine starke Frau!

„Meine Mutter hilft, wo sie kann“

Sie sind „Tatort“-Kommissarin in Dortmund, jetzt die Emmy-Nominierung – und dann sind Sie auch noch dreifache Mutter. Wie bekommen Sie alles unter einen Hut?

Mit Organisation und Disziplin. Mein Mann und ich sind beide berufstätig, haben aber das Glück, ein großes familiäres Netzwerk im Rücken zu haben. Wenn wir nach New York fliegen, sind meine Schwiegereltern da. Ansonsten hilft auch meine Mutter immer, wo sie kann.

Wie äußert sich die Disziplin bei Ihnen?

Ich versuche, immer das Beste aus mir herauszuholen für meine Rollen. Dazu gehört vor allem eine gute Vorbereitung. Denn wenn man dreht, kann man nur noch wenig justieren. Ich habe deshalb einen strikten Tagesplan: Wenn die Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind, arbeite ich. Danach bin ich dann ausschließlich für sie da, bis sie abends ins Bett gehen. Dann arbeite ich wieder. Nebenbei achte ich noch darauf, mich fit zu halten, meine Stimme zu schmieren oder Schauspiel-Workshops zur Weiterbildung zu machen.

„Mutter sein hilft beim Schauspielen“

Da schein nicht viel Außerplanmäßiges in Ihren Tagesablauf zu passen. Fällt Ihnen so viel Disziplin leicht?

Ich bin ein Charakter, der nicht nur gerne arbeitet, sondern auch immer schon gerne Herausforderungen angenommen hat und viel erreichen wollte. Ein Ehrgeiz, der diese Disziplin fordert. Mutter zu sein ist dabei nur von Vorteil – man muss einfach funktionieren und Strukturen schaffen. Auf der anderen Seite gibt einem die Mutterrolle eine ungeheure emotionale Tiefe, die mich auch als Schauspielerin bereichert.

Inwiefern?

Die Liebe zu einem Kind ist schwer mit etwas zu vergleichen – auch die Geburt. Ich konnte es mir bei keinem meiner Kinder mehr vorstellen, was die Geburt bedeutet: Wie sehr man lieben kann, wie sehr sie weh tut und was für ein Wunder sie ist. Das prägt das ganze Leben. Auch das Arbeiten. Der Fokus verändert sich, man geht entspannter an Sachen ran, weil da eben diese Liebe ist, die einen ausfüllt. Schwer zu erklären.

Zur Person: Anna Schudt

Anna Schudt, geboren am 3. März 1974 in Konstanz, wurde an der Otto-Falckenberg-Schule zur Schauspielerin ausgebildet. Seit 2012 ist sie im Dortmunder „Tatort“ zu sehen. Für ihre Rolle als Gaby Köster in „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ (2017) wurde Schudt für einen International Emmy nominiert. Die Preise werden in der Nacht zu Dienstag in New York vergeben.

Die Dreharbeiten zu „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ liegen schon eine Weile zurück – an was denken Sie noch heute?

An die Herausforderung, halbseitig gelähmt zu spielen und dabei die Emotionen aufzufangen, die damit einhergehen. Das Körperliche ist dabei eine Übungssache. Ich habe damals sehr eng mit einem Physiotherapeuten zusammengearbeitet. Das Emotionale war eine andere Geschichte – die Verzweiflung, die Wut, die Depressionen. Ich habe viel mit Gaby Köster gesprochen – sie hat mir quasi Tür und Tor zu ihrem Innenleben geöffnet. Noch heute denke ich vor allem, wie wundervoll es ist, gesund zu sein, und wie sehr man auf sich achten sollte – und zwar tatsächlich jeden Tag mindestens einmal!

„Ein einziger langer Jubelschrei“

Wie hat Gaby Köster auf Ihre Nominierung reagiert?

Sie hat mir eine SMS geschickt – mit einem einzigen langen Jubelschrei.

Was werden Sie ihr nach der Verleihung in New York schreiben?

Wir haben gewonnen. So oder so.

Von Amina Linke

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