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Kultur Terry Hoax räumt in Hannover ab
Nachrichten Kultur Terry Hoax räumt in Hannover ab
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18:09 25.03.2012
Von Uwe Janssen
Sänger Olli Perau: Hüpfparty im Capitol. Quelle: Herzog
Hannover

Da gab es diese Radiostation, die jüngst abgelehnt hat, einen Terry-Hoax-Song zu spielen. Begründung: "zu poppig". Sänger Oliver Perau erzählt diese Anekdote beim Konzert im hannoverschen Capitol, und man weiß nicht ganz genau, ob er das Urteil nun als Beleidigung, Lob oder realistische Einschätzung empfindet. Aber sollen sich die mehr als 1000 Fans beim - ungewöhnlich! - Tourauftakt in der Heimatstadt doch ihr eigenes Bild von "Ready" machen - und siehe da: Für ein Konzert ist es nicht zu poppig. Jedenfalls nicht für ein Terry-Hoax-Konzert, das sich doch erheblich von einem Terry-Hoax-Album unterscheidet. Denn vor Publikum löst die Band alle Leinen und lädt zur großen Sing- und Hüpfparty.

Das liegt am satten Sound, das liegt an dem temporeichen Rockrepertoire, und das liegt natürlich auch an Oliver Perau. Es ist ein Vergnügen, zwischen all den Bodenguckern der Indiepop-Schwemme diesem Typen zuzugucken, der dem Publikum beharrlich und glaubhaft vermittelt, an diesem Abend das sechste Mitglied in der Band zu sein. Er spingt, spurtet auf der Stelle, umarmt sie alle, macht sie an und wirft sich schließlich in die Menge. Das hat er im ersten Leben der Band auch schon getan, das in den Achtzigern begann. Und wenn man ihm und seinen Kollegen Hachy M. Hachmeister, Marcus Wichary, Kai Schiering und Jenzz Gallmeyer so zuschaut, scheint das Comeback 2008 keine Schnapsidee gewesen zu sein, sondern so gemeint, wie das aktuelle Album heißt: "Serious" - ernst. Oder wie Perau es formuliert: "Es gibt zwei Nachrichten - wir sind wieder da, und wir sind noch immer da."

Egal, aus welcher Phase der Bandhistorie die Songs stammen - auf der Bühne verwandelt sich alles beeindruckend in Energie, in immer wieder eingestreuten Mitsing-Teilen bis in den letzten Winkel des Saals. Zwischen die neuen Songs mischen sich im Laufe der Show immer mehr alte Hits wie "Freedom Circus", "Live all" oder das Depeche-Mode-Cover "Policy of Truth". Und unter die Band mischen sich beim Heimspiel Gäste wie Pianist Achim Kück und Christoph van Hal mit Trompete. Der Rest ist feiern.

Allein aufgrund dieser außergewöhnlichen Livepräsenz darf man Terry Hoax noch ein langes, gesundes Leben wünschen.

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