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19:34 05.03.2015
Da kommt Fernweh auf: The High Kings bringen irischen Folklore nach Hannover.
Da kommt Fernweh auf: The High Kings bringen irischen Folklore nach Hannover.  Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Dass das Konzert nicht ausverkauft war, tat der Stimmung keinen Abbruch. „Wir sind seit etwa zehn Tagen in Deutschland auf Tour, und ihr seid die lautesten Fans!“, ruft Brian Dunphy begeistert. Finbarr Clancy, Martin Furey, Darren Holden und Dunphy spielen insgesamt über ein Dutzend Instrumente, und singen können sie auch. Die Bandmitglieder stammen alle aus bekannten irischen Musikerfamilien.

Selbstverständlich geht es an dem Abend im Capitol sehr traditionell zu: Manche Songs sind Hunderte von Jahren alt, zum Beispiel „Follow Me Up to Carlow“, ein Lied über die Schlacht von Glenmalure. Clancy erklärt, was an dieser Schlacht so besonders war: Die Iren haben gewonnen, „was sehr selten vorkam”. Andere Songs tragen die High Kings etwas rockiger vor als im Original. Dem Publikum gefällt beides.

Live klingt das Quartett genauso geschliffen wie auf CD, die Instrumente wechseln wie im Flug, und so haben die Roadies der Band alle Hände voll zu tun. Dann: Pause. Das Publikum ist kurz irritiert. So etwas kennt man von solchen Konzerten eher nicht. Eigentlich keine schlechte Idee, so eine Pause – aber Guinness gibt es im Capitol nicht.

Was bei einem Irish-Folk-Konzert nicht fehlen darf, ist das klatschwütige Publikum. Man klatscht im Rhythmus, sofern man’s kann. Und dann gibt es diese eine Person, die einfach den ganzen Abend lang klatscht, als wäre sie einzig und allein dafür hergekommen. Mysteriös. Natürlich melden sich viele Besucher, als sie gefragt werden, ob sie schon mal in Irland waren, und eine Frau antwortet mit einem lang gezogenen „Yeeeeeey“, als die Band sich nach Iren im Publikum erkundigt.

Der Lichttechniker lässt zahllose grüne Kleeblätter über die Wände tanzen. Die High Kings besingen die „Rare Old Times“ in Dublin City und das fiktive Schiff „The Irish Rover“. Das oft gecoverte (unter anderem von Metallica) irische Volkslied „Whiskey in the Jar“ lässt auch die letzten schüchternen Schunkler von ihren Sitzen aufspringen. Fremde Menschen liegen sich in den Armen. Die etwa 600 Konzertbesucher singen und grölen so laut mit, dass es nach doppelt so vielen Leuten klingt. Die Stimmung ist vergleichbar mit der in einem vollen Irish Pub am Wochenende, obwohl es mitten in der Woche ist.     

Mirjam Kay Kruecken

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