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Kultur "The Wolfman" kommt Donnerstag in die Kinos
Nachrichten Kultur "The Wolfman" kommt Donnerstag in die Kinos
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19:10 10.02.2010
Der Film "The Wolfman" kommt am Donnerstag in die Kinos. Das Drehbuch basiert auf dem 1941 inszenierten "The Wolf Man" mit dem legendären Lon Chaney Jr. in der Hauptrolle.
Der Film "The Wolfman" kommt am Donnerstag in die Kinos. Das Drehbuch basiert auf dem 1941 inszenierten "The Wolf Man" mit dem legendären Lon Chaney Jr. in der Hauptrolle. Quelle: Universal Pictures
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Düster und drohend, dunkel und drückend wirkt Talbot House. Wolfsblumen blühen um das finstere Anwesen, und wenn der Vollmond aufzieht, geht ein Keuchen und Heulen durch den nahen Wald. Am nächsten Tag liegen wieder irgendwo grässlich zerstückelte Leichen herum.

So wie Ben, der Sohn des alten Talbot. Zum Begräbnis kehrt sein Bruder Lawrence, ein berühmter Schauspieler, zurück zum Vater. In den Alptraum seiner Kindheit. Nachts sah er als kleiner Junge seine blutende Mutter. Sie hatte ein Rasiermesser in der Hand. Der Vater kniete neben ihr. Ein Selbstmord?

Am 11. Februar startet der Thriller „Wolfman“ mit Benicio Del Toro in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Natürlich nicht. Aber es dauert schon eine Weile, bevor Lawrence den Familienfluch entdeckt, den der Vater aus dem Hindukusch mitbrachte. Fassungslos steht Lawrence im Zigeunerlager, als eine Bestie über die Vagabunden herfällt. Als er feuernd die zottelige Kreatur verfolgt, fällt sie ihn an.

Was Folgen hat: Beim nächsten Vollmond macht Lawrence den Werwolf. So landet er, blutverschmiert nach der Mordnacht gefunden, in der Psychiatrie bei Eisbädern und Elektroschocks – bis er sich, der Vollmond blickt durchs Fenster, bei einer Vorführung wieder verwandelt und für Chaos in London sorgt. Inzwischen aber ist ihm ein Detektiv auf den Fersen. Dagegen will Gwen, das zarte Wesen, den Verfluchten retten.

Lon Chaney jr. wurde in den vierziger Jahren in dieser Geschichte zur Kino-Verwandlungslegende. 85 Millionen Dollar hat die Neuverfilmung des Drehbuches von Curt Siodmak aus dem Jahr 1942 gekostet. Das Remake unternimmt gar nicht erst den Versuch einer Modernisierung, sondern illustriert lieber in jenem alten Stil die Legende. Fast alle Farbe ist aus den Bildern gewaschen, alles ist erdig und grau, gräulich und kühl koloriert.

Es ist das reine Vergnügen, diesem Bilderbuch des Schreckens zuzusehen. Sicher nicht ohne Hintergedanken erinnern manche der Szenen an Stiche in antiquarischen Gruselbänden. Bei der Werwolf-Maske stand wieder mal Jean Cocteau Pate, aber bei dem hat sich ja auch schon John Landis (Michael Jacksons „Thriller“) bedient.

So ironisch und hintersinnig wie dessen Befellung des Gebissenen in „American Werewolf“ (zu „Bad Moon Rising“ von CCR) sind die Metamorphosen von Benicio del Toro allerdings nicht. Dafür nimmt Regisseur Joe Johnston alles viel zu sehr ernst. Was „Wolfman“ nicht geschadet hat. Im Gegenteil.

Wer? Wolf!
Wo? London!
Cinemaxx Nikolaistraße, Cinemaxx
Raschplatz, CineStar, Utopia.

Norbert Wehrstedt

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