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Kultur Theater am Aegi zeigt Ira Levins „Todesfalle"
Nachrichten Kultur Theater am Aegi zeigt Ira Levins „Todesfalle"
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18:33 23.03.2012
Foto: Rivalen? Komplizen? Michael Lesch im Visier von Marten Sand.
Rivalen? Komplizen? Michael Lesch im Visier von Marten Sand. Quelle: HAZ
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Das Bühnenbild zeigt eine modern eingerichtete Wohnung im puristischen Stil. Die Möbel sind überwiegend grau, viel Chrom ist zu sehen. Einer der Schränke hat eine leicht durchscheinende Schiebetür, im Gegenlicht ist eine Waffensammlung zu erahnen. Dieses Arrangement steht sinnbildlich für die Vorgänge in „Todesfalle", dem packenden Thriller von Ira Levin, den das Tourneetheater Thespiskarren jetzt im Theater am Aegi aufgeführt hat.

Der gefeierte Broadway-Autor Sidney Bruhl, gespielt von Michael Lesch, steckt in einer Schreibblockade. So viel steht auch am Ende des Stückes noch fest. Der junge Student Clifford Anderson (Marten Sand) hingegen schreibt ein brillantes Regiebuch, ein Umstand, der ebenfalls bis zum Ende des Stückes besteht. Ansonsten bleibt nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint.

Das Publikum erahnt deutlich die Gefahr, doch wie bei der Schranktür sieht man nicht klar, woher sie eigentlich kommt und wird so stets aufs Neue überrascht. Die Rivalen entpuppen sich als Komplizen, aber auch dieser Schein trügt, denn bis zum Ende folgen unzählige intelligent eingefädelte Intrigen, deren Pointen die Zuschauer immer wieder in Staunen versetzen.

Die „Daily Mail" schrieb über das einst am Broadway sehr erfolgreiche Stück, die „Todesfalle" habe mehr verrückte Wendungen als der Formel-1-Kurs von Monaco. Eine treffende Beobachtung.

Auch wenn einige Kunstgriffe, wie Anspielungen von Cliffords Regiebuch auf die tatsächliche Handlung des Thrillers, etwas konstruiert wirken, bricht die Spannung nicht ab. Michael Lesch besticht durch grandiose Mimik, Marten Sand und Renée Zalusky, die eine Hellseherin spielt, hingegen glänzen durch brillante, stimmliche Verstellungen und Dialektimitation. Das von der Hellseherin betonte Wort "Konfusion" beschreibt dieses Verwirrspiel bis zum Schluss.

„Todesfalle" ist noch einmal heute Abend um 20 Uhr im Theater am Aegi zu sehen.

Meike Ostermeier

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