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Kultur Theaterkritiker küren die Besten
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10:01 07.09.2012
HAU-Intedant Matthias Lilienthal kann sich über die zweite Auszeichnung seiner Einrichtung zum Theater des Jahres freuen. Quelle: dpa
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Berlin

Matthias Lilienthal bildet derzeit in Beirut junge Künstler aus, seine Nachfolgerin an der Spitze des Berliner Hebbel am Ufer (HAU), Annemie Vanackere, stellt demnächst ihr Programm vor. Als Abschiedsgeschenk für Lilienthal wurde seine langjährige Wirkungsstätte in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute“ zur Bühne des Jahres gewählt. Acht der befragten 42 Kritiker stimmten für das HAU, sieben für die Berliner Volksbühne, vier für die Münchner Kammerspiele.

Peter Handkes Kärntner Familiensaga „Immer noch Sturm“ schaffte es zum Stück des Jahres, 18 Kritiker stimmten für Simon Stephens’ „Three Kingdoms“ als bestes ausländisches Stück. Die Inszenierung des Jahres heißt „Faust I + II“ von Nicolas Stemann, der auch von seinen Inszenierungen am Schauspiel Hannover bekannt ist. 13 Kritiker fanden seine Arbeit fürs Thalia Theater Hamburg und die Salzburger Festspiele herausragend. Stemanns Mephisto-Faust-Solist Sebastian Rudolph wurde Schauspieler des Jahres. Anne Lepper wurde unter anderem für ihr in Hannover uraufgeführtes Stück „Seymour oder ich bin nur aus Versehen hier“ zur Nachwuchskünstlerin des Jahres gekürt.

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Produktionen, die zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurden, siegten gleich mehrfach: Herbert Fritschs „Die (s)panische Fliege“ wurde die Regiearbeit des Jahres. Arnold&Bach, die für Fritsch eine Trampolin-Teppich-Konstruktion bauten, wurden Bühnenbildner des Jahres und Sophie Rois als hysterische Gattin in dem Stück Schauspielerin des Jahres.

Am interessantesten ist die Kategorie „Ärgernis des Jahres“. Die Pfuscherei bei der Sanierung des Stuttgarter Schauspielhauses wurde genannt, ebenso die Kulturinfarkt-Debatte - dazu zweimal die damit verbundene „Inszenierung einer Aufregung“ durch das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Nina May

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