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Wer folgt auf Brakke?
Nachrichten Kultur Wer folgt auf Brakke?
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08:00 18.09.2010
Von Simon Benne
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Unter Insidern wird Veit Görner, Chef der Kestnergesellschaft, als möglicher Kandidat genannt. Er war bereits 2008 vom Ministerium gefragt worden, doch der Plan war zu früh durchgesickert, die Besetzung gescheitert.

Erschwert wird die Stellenbesetzung dadurch, dass viele Museen zuletzt strikt gespart haben. Daher sind derzeit nicht viele junge potenzielle Direktoren auf Stellensuche: „Da steht noch keiner in den Startlöchern“, sagt ein Insider. Folglich wäre es denkbar, dass ein erfahrener Macher den Posten übernimmt – etwa Hans-Jürgen Derda, der am Braunschweigischen Landesmuseum gute Arbeit leistet. Aus der Riege der jüngeren käme hingegen die agile Juliane Schmieglitz-Otten infrage, die als Direktorin das Celler Residenzmuseum ebenso kreativ wie seriös umgestaltet hat.

Erste Wahl wäre auch Matthias Puhle, der sich als Museumsdirektor in Magdeburg große Verdienste erworben hat. Doch der Versuch, ihn nach Niedersachsen zu holen, ist bereits einmal eklatant gescheitert. Seitdem galt das Tischtuch zwischen Puhle und dem Kulturministerium als zerschnitten. Andererseits hat mit Johanna Wanka dort jetzt eine neue Hausherrin Einzug gehalten. Wie es heißt, erfreut sich Martin Eberle im Minsterium großer Wertschätzung, der das Städtische Museum in Braunschweig leitete und vor drei Jahren zum Direktor der „Stiftung Schloss Friedenstein“ in Gotha berufen wurde. Eberles Pluspunkt: Er ist Kunsthistoriker. Prunkstück des Landesmuseums ist die Landesgalerie, und vor Brakke hatte es Tradition, dass der Direktor von Haus aus Kunsthistoriker war.

Dass der neue Direktor aus dem Museum selbst kommen könnte, gilt eher als unwahrscheinlich. Hingegen ließe sich denken, dass ein gestandener Akteur aus dem niedersächsischen Kulturbetrieb das Haus für eine Übergangszeit neben seinen eigentlichen Aufgaben führt. So könnte Georg Ruppelt, Chef der nahen Leibniz-Bibliothek, den Direktorenposten in Personalunion mit übernehmen. Dem umtriebigen Ruppelt ist es zu verdanken, dass die Leibniz-Briefe zum Unesco-Welterbe erklärt wurden. Auch mit Ausstellungen hat er Erfahrung. Könnte er also Museum und Bibliothek vernetzen? „Es wäre schon reizvoll, darüber nachzudenken“, sagte er auf Anfrage der HAZ.

Johanna Di Blasi 18.09.2010