Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Das erste Mal
Nachrichten Kultur Das erste Mal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 03.12.2013
Knapp über eine Stunde spielten die Preisträger des New Music Award 2012 ihren mitreißenden Indiepop. Quelle: Moritz Küstner
Anzeige
Hannover

"Oh man man man man man!" Ole kann noch gar nicht fassen, wie schnell das alles ging. 2012 trat er mit seiner bis dato unbekannten Band Tonbandgerät in die Fußstapfen der Indie-Rapper Kraftklub, als sie den New Music Award der ARD gewannen, ein mit 10.000 Euro dotierter Preis für deutsche Nachwuchskünstler. Im April folgte die erste Platte "Heute ist für immer", dann die erste Deutschlandtour der Hamburger. Und im Musikzentrum hibbelt Sänger Ole nervös bei der ersten Ansage des ersten Auftritts in Hannover über die Bühne und kann immer noch nicht fassen, dass "die Hütte ausverkauft ist, man".

Die Hamburger Band Tonbandgerät trat vor knapp 500 Zuschauern im ausverkauften Musikzentrum auf.

In der folgenden Stunde gibt es dann schlichten, lebensfrohen Indiepop. Gitarre, Bass und Schlagzeug werden nur gelegentlich durch Keyboard und Glockenspiel ergänzt. Dünn klingt hier trotzdem nichts. Dazu singt Ole von der Lebensrealität der Anfang-20-Jährigen: Es geht um die Zeit, "in der wir täglich vor dem Kiosk saßen". Es folgt das Abitur, und "dann kann uns nichts mehr halten". Man verliert seine Freunde an "fremde Städte und neue Träume". Und als die langjährige Beziehung in die Brüche geht, ist "seit Monaten Halbmond, die andere Hälfte hast du mitgenommen". Alles bewegt sich zwischen Aufbruch und Wehmut, Optimismus und Melancholie.

Anzeige

Die vier Hamburger geben sich authentisch und erzählen Geschichten aus dem Proberaum im Stahlbetonbunker. Und davon, dass man "zu soft" sei, um sich ein Bandtattoo stechen zu lassen. Deshalb hätte man sich jetzt abwaschbare Abziehtattoos anfertigen lassen.

Die Stimmung ist ausgelassen. Die knapp 500 überwiegend jungen Besucher singen jede Zeile lauthals mit und brechen in Kreischen aus, wenn Ole mal einen Schritt näher an den Bühnenrand tritt. Er motiviert das Publikum engagiert zum Klatschen, Winken und Tanzen und alle machen mit. Mittendrin schnappt er sich die Kamera einer Zuschauerin, fotografiert Schlagzeuger Jakob und die Schwestern Sophia und Isa an Gitarre und Bass.

Nach knapp über einer Stunde und 15 Liedern ist dann alles schon wieder vorbei. Zum Schluss versichert Ole noch den Fans, dass man "wie Berserker" im Proberaum am nächsten Album arbeite. Das komme bestimmt auch schon im nächsten Jahr. "Ich hab auch schon ein bisschen was gehört, und es ist ganz cool."

Von Joss Doebler

Kultur HAZ-Interview mit den Scorpions - „Der griechische Fan ist sehr musikalisch“
02.12.2013
Kultur Säureanschlag auf Balettchef - Urteil gegen Startänzer erwartet
29.11.2013
Kultur Konzert im Capitol - Mit Medina in die Disko
29.11.2013