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Kultur Ulrich Tukur und Wilhelm Krull geehrt
Nachrichten Kultur Ulrich Tukur und Wilhelm Krull geehrt
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12:04 05.11.2010
Von Stefan Arndt
Der Schauspieler Ulrich Tukur und Wilhelm Krull, der Generalsekretär der Volkswagenstiftung, erhalten in diesem Jahr den Niedersächsischen Staatspreis.
Der Schauspieler Ulrich Tukur und Wilhelm Krull, der Generalsekretär der Volkswagenstiftung, erhalten in diesem Jahr den Niedersächsischen Staatspreis. Quelle: Decker, Wilde,
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Der Staatspreis ehrt seit 1978 Persönlichkeiten, die sich durch ihre Arbeit besonders um das Land verdient gemacht haben. Eine ausführliche Begründung der zehnköpfigen Jury, die über die Vergabe entscheidet, gab es gestern noch nicht. Fest steht aber bereits, dass Krull für seine Verdienste um die Wissenschaftsförderung geehrt wird und Ulrich Tukur als herausragender Schauspieler, Musiker und Autor.

Der 1952 im Emsland geborene Krull lenkt seit 1996 als Generalsekretär die Geschicke der Volkswagenstiftung. Die größte deutsche Wissenschaftsstiftung hat ihren Sitz in Hannover und stellt pro Jahr rund 100 Millionen Euro für Forschungsprojekte in der ganzen Welt zur Verfügung. Für die Förderung in Niedersachsen gibt es eine Sonderregelung („Niedersächsisches Vorab“), die das Land besonders begünstigt. Die Stiftung ist auch Bauherr bei der Rekonstruktion des Schlosses in Herrenhausen.

So einleuchtend die Entscheidung für Krull ist, so überraschend erscheint die vergleichsweise glamouröse Wahl von Tukur. Immerhin ist der 53-Jährige aber in der Region Hannover aufgewachsen und hat 1977 am Gymnasium Großburgwedel sein Abitur abgelegt. Geboren ist Tukur unter dem Namen Ulrich Scheuerlen im hessischen Viernheim. Nach Jahren in Hamburg lebt Tukur heute in Venedig und in seinem Sommerhaus nahe Florenz.

Während er als Schauspieler in vielfach ausgezeichneten Kinoproduktionen („Das Leben der Anderen“, „John Rabe“, „Das weiße Band“) und Fernsehrollen (unter anderem als neuer „Tatort“-Ermittler des Hessischen Rundfunks) zu sehen ist, haben seine Liederabende durchaus Bezüge zu Niedersachsen. Mit seinem neuen Programm „Mezzanotte“ war er am Mittwoch im Theater am Aegi zu Gast. Begleitet wurde er dabei von einem kleinen Orchester, das der hannoversche Arrangeur und Organist Lutz Krajenski zusammengestellt hat. Zu hören waren schaurige, lustige und schöne Lieder rund um das Thema Nacht – und ein etwas indisponierter Tukur, der oft hüstelste und spürbar erschöpft bei den Zugaben sogar den Text vergaß. Den Unterhaltungswert des Abends minderte das allerdings nicht: Tukur ist auch dann großartig, wenn er nicht in Hochform ist.

Sein Hit „Am Steinhuder Meer“ war diesmal nicht im Programm. „Und das Steinhuder Meer rauscht sanft in der Nacht, es singt uns das Lied, das uns glücklich gemacht“, heißt es darin. Bei der Verleihung des Staatspreises in vier Wochen würde man eine solche Liebeserklärung an die Region bestimmt gerne hören.