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Kultur „Und der Zukunft zugewandt“: Zerrieben von der Historie
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„Und der Zukunft zugewandt“: Zerrieben von der Geschichte

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06:00 01.09.2019
Zum Schweigen verurteilt: (Alexandra Maria Lara). Quelle: Neue Visionen
Hannover

„Die Partei, die Partei, die hat immer Recht“: Der Vers in der Lobeshymne aus dem Jahre 1949 ist typisch für Personen- und Parteikult im Stalinismus und könnte hier als Leitsatz dienen. Überzeugte Kommunisten, die in der Sowjetunion für die Revolution kämpfen wollten, landeten unter dem Massenmörder Stalin in sibirischen Arbeitslagern.

Eine von ihnen ist Antonia Berger (Alexandra Maria Lara). 1952 darf sie auf Intervention von SED-Politikern nach mehr als zehn Jahren Gulag mit ihrer Tochter in die DDR zurück. Die Partei sorgt für Wohnung, Arbeit und die Behandlung des kranken Mädchens. Doch muss die Heimkehrerin mit anderen Leidensgenossinnen unterschreiben, über die Willkür des Bruderstaates Stillschweigen zu bewahren.

Es fehlt es an Zwischentönen

„Wahrheit ist das, was uns nützt“, sagt Parteifunktionär Silberstein (Stefan Kurt). Mit der Lüge zu leben fällt Antonia schwer, doch glaubt sie an den Kommunismus – und wird zwischen politischer Überzeugung und der Liebe zu dem Arzt Konrad (Robert Stadlober) zerrieben.

Das komplexe Thema verfilmt Bernd Böhlich frei nach wahren Ereignissen als informative, aber bräsige Geschichtsstunde. Da fehlt es an Zwischentönen, sind die Funktionäre phrasendreschende Karikaturen, der joviale Nachbar ein Stasispitzel.

Alexandra Maria Lara in ihrer bisher besten Rolle

Die Schauspieler, allen voran Alexandra Maria Lara in ihrer dennoch bisher besten Rolle, retten das konventionelle Drama. Die Chance, ein Stück brisanter Vergangenheit packend zu vermitteln, wird jedoch vertan. Die titelgebende erste Zeile der DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt“ wirkt in diesem Zusammenhang desillusionierend.

„Und der Zukunft zugewandt“, Regie: Bernd Böhlich, mit Alexandra Maria Lara, Robert Stadlober, Stefan Kurt, 105 Minuten, FSK 12

Von Margret Köhler / RND

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