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Kultur Urteil: Immendorff-Affen gehörten Schweizer Galerie
Nachrichten Kultur Urteil: Immendorff-Affen gehörten Schweizer Galerie
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12:24 08.01.2019
Diese Affenskulpturen gehörten einer Schweizer Galerie und nicht dem Kunstberater Helge Achenbach – das hat das Düsseldorfer Landgericht entschieden. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
Düsseldorf

Im Streit um 70 Affen-Skulpturen des Künstlers Jörg Immendorff (1945-2007) hat das Düsseldorfer Landgericht einer Schweizer Galerie mehr als 1,6 Millionen Euro zugesprochen. Das hat das Gericht am Dienstag bekannt gegeben. Die Bronze-Skulpturen waren mit der Insolvenzmasse der Unternehmen von Kunstberater Helge Achenbach 2015 für gut 1,6 Millionen Euro versteigert worden. Nun muss der Insolvenzverwalter der Galerie den Betrag erstatten.

Nach Überzeugung des Gerichts hatten die Skulpturen einer Schweizer Galerie gehört. Sie sei Lizenznehmerin gewesen und habe die Skulpturen im Auftrag Immendorffs gießen lassen. Kunstberater Achenbach habe sie lediglich im Auftrag der Galerie verkaufen sollen.

Damit gewann die Galerie den Rechtsstreit gegen den Insolvenzverwalter der Achenbach-Unternehmen. Der hatte einen Eigentumsnachweis von der Züricher Galerie verlangt und sich beharrlich geweigert, den Auktionserlös auszuzahlen. Er hatte sogar Rechnungen vorgelegt, wonach Achenbach zumindest einige der Affen gekauft haben soll.

Scheinrechnungen für das Finanzamt?

Doch das Gericht war am Dienstag überzeugt, dass es sich dabei um Scheinrechnungen für das Finanzamt handelt: In der Jahresbilanz der Kunstberatung Achenbach seien die Skulpturen nie als Eigentum aufgeführt worden.

Bei den Auktionen hatten Immendorffs Affen-Skulpturen vor vier Jahren einen Ansturm ausgelöst. Auch kleinere Bronze-Affen hatten für ein Mehrfaches der Schätzpreise den Besitzer gewechselt. Insgesamt waren mehr als 2400 Werke aus der vermeintlichen Insolvenzmasse Achenbachs bei einer Serie von Auktionen unter den Hammer gekommen. Dabei wurden mehr als 13 Millionen Euro erlöst.

Immendorffs Witwe trat als „Streithelferin“ auf

Der 2007 gestorbene Immendorff war ein enger Freund Achenbachs. Der Kunstberater war wegen Millionenbetrugs an reichen Kunden zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden und im Zuge des Skandals in die Pleite geschlittert. Inzwischen hat er seine Strafe verbüßt.

Neben den Arbeiten Immendorffs waren auch Werke von Gerhard Richter, Gotthard Graubner, Georg Baselitz und Imi Knoebel versteigert worden. Das Landgericht korrigierte am Dienstag eigene Angaben, wonach die Witwe Immendorffs, die Malerin Oda Jaune, in dem Verfahren ebenfalls als Klägerin aufgetreten sei. Sie sei lediglich als sogenannte „Streithelferin“ beteiligt gewesen, sagte eine Sprecherin.

Von RND/dpa

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