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Kultur Urteil gegen Startänzer erwartet
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16:42 29.11.2013
Foto: Der Bolschoi-Startänzer Pawel Dmitritschenko in einem Moskauer Gerichtssaal hinter Gittern.
Der Bolschoi-Startänzer Pawel Dmitritschenko in einem Moskauer Gerichtssaal hinter Gittern. Quelle: dpa
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Moskau

Für den Säureanschlag auf den Ballettchef des Moskauer Bolschoi Theaters soll der mutmaßliche Drahtzieher und frühere Startänzer Pawel Dmitritschenko neun Jahre ins Gefängnis. Der 29-Jährige habe sich unter anderem dafür rächen wollen, dass ihm Sergej Filin gute Rollen vorenthalten habe, sagte Staatsanwältin Julia Schumowskaja in ihrem Plädoyer am Freitag in Moskau. Zudem beantragte sie der Agentur Interfax zufolge Haftstrafen von zehn Jahren für den mutmaßlichen Täter und von sechs Jahren für einen Komplizen.

Das Gericht will am 3. Dezember das Urteil fällen. Die Tat hatte weltweit in der Kulturszene für Entsetzen gesorgt. Bei dem Anschlag am 17. Januar vor seinem Haus in der russischen Hauptstadt waren Filins Gesicht und besonders die Augen schwer verätzt worden. Er war danach monatelang im Universitätsklinikum Aachen behandelt und insgesamt mehr als 20 Mal operiert worden.Dmitritschenko räumte vor Gericht ein, dass er Filin einen "Denkzettel" verpassen und ihn verprügeln lassen wollte.

"Es war aber nicht mein Wunsch, dass er mit Säure attackiert wird", beteuerte der Bolschoi-Solist. Die Verteidigung bat im Falle einer Verurteilung um eine milde Strafe. Dmitritschenko habe ein kleines Kind, keine Vorstrafen und sich zudem bei Filin entschuldigt.Der mutmaßliche Täter Juri S. (35) sagte ebenfalls, die Verwendung von Säure sei allein seine Idee gewesen.

Dies wies Staatsanwältin Schumowskaja zurück. "Die Schuld ist mit Zeugenaussagen ausreichend belegt", sagte die Chefanklägerin. Das Trio habe die Tat lange geplant und gewusst, dass Filin dabei schwer verletzt werden würde.Die Anwältin des Ballettchefs, Tatjana Stukalowa, forderte Haftstrafen. Es sei den Ärzten in Aachen zu verdanken, dass Filins Augenlicht zumindest zum Teil erhalten geblieben sei. Der 43-Jährige befindet sich derzeit erneut zur Behandlung in Deutschland.

dpa

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