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Kultur VGH-Galerie stellt „Strukturen" aus
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11:29 23.06.2010
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Für ihn war Malerei eine philosophische Frage, „ein Versuch herauszufinden, wer ich bin“. Ein Maler, der in der Auseinandersetzung mit der Kunst des Informel zu einer eigenen Bildsprache fand. Das hat ihm 1977 die Teilnahme an der documenta 6 eingebracht und eine Professur an der Hochschule in Berlin. 2002, im Jahr seines Todes, erhielt er den Niedersächsischen Kunstpreis. Denn angefangen hatte alles in Hannover, wo er 1951 sein Studium an der Werkkunstschule begann.

22 Arbeiten, sensibel gehängt, dokumentieren die Entwicklung seines Werks. Die frühen Formate aus den fünfziger Jahren verraten bereits die ordnende Hand, die dem subjektiven Gestus des Informel einen strukturierten Bildaufbau entgegensetzt. „Geschichtet“ von 1957 besteht aus rhythmisch bewegten, horizontalen Bahnen, die Girke pastos mit dem Spachtel aufgetragen hat. Der Entstehungsprozess der Arbeit bleibt ablesbar.

Die Farbpalette aus Weiß und Schwarz, in die sich zunächst noch Spuren von Erdtönen mischen, wird in den sechziger Jahren monochromatisch reduziert. Alle erdenklichen Nuancen von Weiß schöpft Girke in diesen Arbeiten aus. Deutliche Zeilengliederung und die Reihung feiner Pinselschwünge mögen an Schriftzeichen erinnern, an eine künstlerische Signatur. Im Gemälde „Weiße Struktur“ von 1963, dem einzigen Beispiel dieser Phase, wirkt die hauchzarte Komposition zugleich wie weiches Gewebe.

Kurator Dietmar Elger, der 1995 auch Girkes Retrospektive im Sprengel Museum Hannover eingerichtet hat, konzentriert sich in der VGH-Galerie vor allem auf das Spätwerk der neunziger Jahre. Hier kehrt der Künstler zu den pastosen Schichtungen der Anfangszeit zurück, tauscht den Pinsel wieder gegen den Spachtel. Die Kompositionen geraten dynamischer, die Palette mischt Weiß mit dunklen Schatten. Facettenreich und kristallin überlagern sich die Farbbahnen, verdichten sich zu einer „Welt des lichten Graus“, die der Titel einer kleinen Arbeit von 1993 beschwört. Es ist eine Freude, diese Welt wiederzuentdecken.

Bis 17. September in der VGH-Galerie, Schiffgraben 4. Täglich geöffnet von 11 bis 17 Uhr.

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