Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Verkleidungen bei Batman-Vorpremiere verboten
Nachrichten Kultur Verkleidungen bei Batman-Vorpremiere verboten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:34 25.07.2012
Der Kinobetreiber UCI-Kinowelt in Bochum führte vor der Mitternachtspremiere des neuen Batman-Films „The Dark Knight Rises“ am Mittwoch Taschenkontrollen durch. Quelle: dpa
Anzeige
Bochum

Das grausame Massaker bei einer Premiere des neuen Batman-Films in den USA hat deutschen Fans des Superhelden beim Kinobesuch keine Angst gemacht. Zur Vorpremiere von „The Dark Knight Rises“ in Bochum kamen die Filmfans ohne Bedenken. „Ich habe kein mulmiges Gefühl, weil man so etwas ja nicht abwenden kann“, sagt Kinogänger Christian Stollmann. „Sonst müsste ich ja vor allem Angst haben.“ Trotzdem galten in der Nacht zum Mittwoch in vielen deutschen Kinos schärfere Sicherheitsmaßnahmen als sonst. Taschenkontrollen erwarteten Kinobesucher.

Bei einer Mitternachtspremiere des Batman-Films in Aurora im US-Bundesstaat Colorado hatte der 24-jährige James Holmes in der Nacht zum Freitag ein Massaker angerichtet. Er wird beschuldigt, zwölf Menschen getötet und Dutzende verletzt zu haben.

Anzeige

„Die Waffengesetze in Deutschland sind härter und besser als in den USA“, sagt Besucher Pascal Schäpers. Er macht sich keine Sorgen um seine Sicherheit bei der Premiere. Warum denn gerade hier etwas passieren solle, fragt sich ein anderer. Auch Batman-Gucker René Habersaat betont: „Wir sind hier ja nicht in den USA.“

Trotzdem hat der Betreiber UCI-Kinowelt auf die schlimmen Ereignisse in den USA reagiert. Im Eingangsbereich weist ein rotes Schild auf Kontrollen hin. Vor dem Einlass zum Kinosaal überprüfen Kino-Mitarbeiter diesmal nicht nur die Eintrittskarten. „Der Kollege schaut einmal kurz in die Tasche“, sagt ein Mitarbeiter freundlich. Ohne Widerspruch öffnen die Besucher Handtaschen und Rucksäcke und entschwinden nach der Kontrolle in Richtung Saal.

„Es ist gut, dass reagiert wurde – auch wenn ich nicht denke, dass es nötig ist“, sagt Besucherin Ina Lingner. „Übertrieben“ findet die Maßnahme dagegen eine andere Kinogängerin.

Viele Kinobetreiber in Deutschland hatten nach dem Massaker in den USA stärkere Sicherheitsvorkehrungen für den Batman-Streifen angekündigt. In den Cineplex-Kinos hätten die Mitarbeiter mit verstärkter Aufmerksamkeit in den Sälen kontrolliert, sagt Geschäftsführer Kim Ludolf Koch. Auch die Kinokette Cinemaxx wollte ihre Sicherheitskräfte sichtbarer in Erscheinung treten lassen.

Das UCI bat Batman-Fans auf einem Hinweisschild, auf Verkleidungen zu verzichten. Der Attentäter von Aurora, der kurz nach Filmbeginn im Kinosaal wild um sich geschossen hatte, hatte eine Gasmaske wie der Bösewicht Bane getragen – der Widersacher von Batman.

Tatsächlich ist zur Vorpremiere in Bochum niemand in aufwendiger Verkleidung erschienen. „Das ist schade. Ich hätte schon gern ein paar Leute im Kostüm gesehen“, sagt Habersaat. Einige Zuschauer tragen Batman-T-Shirts.

Batman-Fan Dennis Meister hofft, dass sich das Attentat nicht negativ auf den Erfolg des Films auswirken wird. „Dann hätte der Attentäter ja sein Ziel erreicht.“ Dass es dazu kommt, glaubt Pascal Schäpers aber nicht. „Dafür hat Batman zu viele Fans.“ Offiziell kommt der Film in Deutschland an diesem Donnerstag (26.7.) in die Kinos.

dpa

Mehr zum Thema
Kultur Nach Amoklauf in US-Kino - Deutsche Kinos erhöhen Kontrollen

Welche Reaktion ist nach dem Massaker in einem US-Kino bei einer „Batman“-Premiere nun in deutschen Kinos angemessen? Ein Teil der Branche will die Besucher bei der Deutschland-Premiere strenger kontrollieren. „Batman“-Kostüme sind umstritten.

23.07.2012

Der Star der "Batman"-Trilogie, Christian Bale, hat nach US-Medienberichten sieben Opfer des Kino-Amokschützen an ihrem Krankenbett besucht.Nach Angaben der "Denver Post" sprach der 38-jährige Oscar-Preisträger am Dienstagnachmittag (Ortszeit) rund zweieinhalb Stunden mit den Verletzten, ihren Ärzten und Pflegern in einer Klinik von Aurora, einer Kleinstadt bei Denver (US-Bundesstaat Colorado).

25.07.2012

Der mutmaßliche Kino-Todesschütze von Aurora erscheint erstmals vor Gericht. Er sitzt vollkommen teilnahmslos vor dem Richter, hat Mühe, die Augen offen zu halten. Ihm droht die Todesstrafe.

23.07.2012
25.07.2012
Ronald Meyer-Arlt 25.07.2012
24.07.2012