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Kultur Viel Trubel um den neuen Bond-Film „Skyfall“
Nachrichten Kultur Viel Trubel um den neuen Bond-Film „Skyfall“
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01:04 05.11.2011
In „Skyfall“ tritt Daniel Craig zum dritten Mal als James Bond an. Quelle: dpa

Lange hatte dieser Film nicht mal einen Namen, er trug schlicht die Nummer 23. Von Finanzierungsproblemen war die Rede, ja sogar davon, dass Daniel Craig keine Lust mehr habe auf seine Rolle als James Bond. Doch nun haben die Bond-Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson alle Fans bei einer mit großem Getöse inszenierten Pressekonferenz in London beruhigt: Exakt 50 Jahre nachdem der erste Bond Sean Connery für „Dr. No“ verpflichtet worden war, steht fest: Die Sache geht weiter. Mit Craig. Und mit einem Filmtitel.

Der neue Bond-Film wird „Skyfall“ heißen, was in etwa „aus dem Himmel gefallen“ bedeutet. Die Besetzung ist hochklassig: So sind außer Daniel Craig in der Titelrolle Ben Wishaw, Albert Finney, Ralph Fiennes, Bérénice Marlohe, Naomi Harris und Judi Dench zu sehen. Und: Der spanische Superstar Javier Bardem gibt den Bösewicht. Gedreht wird von kommendem Montag an in den Londoner Pinewood Studios, in den nächsten sechs Monaten dann im Londoner Stadtteil Whitehall sowie in Schanghai, in China, in der Türkei und Schottland.

Zum Inhalt von „Skyfall“ verrieten die Verantwortlichen erwartungsgemäß wenig – dies hat sich als PR-Maßnahme auch bei den vorherigen Bond-Filmen bewährt. Regisseur Sam Mendes („American Beauty“, „Road to Perdition“) erzählte lediglich, dass er 1973 „Leben und sterben lassen“ als ersten Bond-Film gesehen habe. Sein Film werde „voller Überraschungen“ stecken. Anknüpfungspunkte an die beiden letzten Filme „Casino Royale“ und „Ein Quantum Trost“ werde es nicht geben: „Dies ist eine eigene Geschichte, die auch nichts mit einem der Romane von Ian Fleming zu tun hat.“

Von den beliebten Charakteren „Q“ oder „Miss Moneypenny“ sagte er nichts. Der Film wird vermutlich ohne sie auskommen, denn die zuvor für den Part der Sekretärin hoch gehandelte Naomie Harris – die Kräuterhexe aus „Fluch der Karibik“ – ist nun als „Agentin Eve“ zu sehen. Die noch relativ unbekannte Französin Bérénice Marlohe wird das zweite Bond-Girl des Films: „Ich werde eine glamouröse, rätselhafte Frau namens Severine spielen“, verriet die 31-Jährige in London. Produzent Wilson versprach „viel Action“ und bezeichnete das Produktionsvolumen als „vergleichbar mit den beiden vorherigen Filmen“. Es dürfte sich also bei etwa 150 bis 200 Millionen Dollar bewegen.

In Sachen Story herrschte Schweigen in London – und doch gibt es diverse Indizien, die andeuten, worum es in „Skyfall“ gehen könnte: Erstmals werden wohl Bonds familiäre Wurzeln Thema des Films sein. Laut Flemings Romanen hatte der spätere Agent seine Eltern – einen Schotten und eine Schweizerin – bei einem Bergunfall in den Alpen verloren. Bond-Experten glauben daher, dass das Finale des aktuellen Films nicht zufällig in einem schottischen Schloss stattfindet, zu dem 007 eine besondere Beziehung hat: Bonds Vater stammt aus Glencoe in Argyll. Daher wurde das Duntrune Castle in Argyll an der schottischen Westküste zum Drehort auserkoren.

Nach dem von Fans und Kritik nicht sehr positiv aufgenommenen, allzu hektischen „Ein Quantum Trost“ soll der nächste Bond-Film wieder ein „traditionelles Abenteuer“ werden, versprach Daniel Craig. Regisseur Mendes spricht sogar von „einem klassischen Bond“. Und das beutet: die typische Bond-Grundkonstellation mit anfänglicher Actionszene, aufwendigen Verfolgungsjagden, Weltbeherrschungsplot, exotischen Schauplätzen, aber auch Stil und Humor, was der Vorgänger vermissen ließ.

Vielfach war spekuliert worden, dass „SkyfallDaniel Craigs letzter Einsatz als 007 sein werde – dem widersprach nun Produzentin Broccoli. Craig war zunächst für drei Filme verpflichtet worden, hat jedoch eine Option auf einen vierten. Der anfängliche Trainingseifer ist zwar verraucht – Craig hasst die Stunden im Fitnesscenter –, allerdings: Was wäre er ohne Bond? Seine anderen Filme wie „Der goldene Kompass“, „Cowboys & Aliens“ und „Dream House“ sind in der letzten Zeit gefloppt.

Im neuen Bond hat er nun eine grandiose Besetzung an seiner Seite. Barbara Broccoli hatte Javier Bardem bereits im Frühjahr 2011 die Rolle des Bösewichts angeboten. Erst jetzt bestätigte er, dass er den Part angenommen hat. Wie er genau Bond in „Skyfall“ nach dem Leben trachten werde, verriet er nicht. „Wer sagt denn, dass ein Bösewicht ein schlechter Mensch ist? Für mich ist es aus vielen Gründen eine Ehre, dabei zu sein. Es wird ein großer Spaß“, meinte Bardem. Parallelen zu seinem Meisterstück, der Rolle als Killer in „No Country for Old Men“, für die er einen Oscar bekam, sieht er nicht. „Wir gehen einen anderen Weg“, sagte Bardem.

Im Mittelpunkt des Drehbuchs steht diesmal offenbar Bonds Chefin „M“. Es soll um die professionelle Beziehung zwischen „M“ und Bond gehen, um die Loyalität des Agenten zu seiner Vorgesetzten. Das Gebäude des britischen Geheimdienstes MI6 in London ist im Film Ziel eines Anschlags. Die dorthin führende Vauxhall Bridge soll gesprengt werden. Möglicherweise bekommt Bond diesmal Unterstützung von prominenter Seite, denn Scotland Yard liegt auch in dem Viertel. Die durch viele Skandale gebeutelte Polizeibehörde könnte etwas Werbung gebrauchen.

Die Marke „Bond“ selbst hingegen muss sich um Werbung nicht sorgen. Denn im nächsten Jahr wird gefeiert: 1962, vor dann 50 Jahren, entstand in London und auf Jamaika der erste Spielfilm, „Dr. No“, der dann im Oktober seine Uraufführung erlebte. Und im Oktober 2012 kommt der 23. Bond-Film heraus. In Deutschland startet er am 1. November. Bis dahin steht eine umfassende Bond-Offensive an: DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen, Ausstellungen, Retrospektiven und Aufführungen einiger alter Streifen im Kino. „Wir arbeiten gerade an den Planungen“, sagte Produzent Michael G. Wilson. Filmrechte­eigentümer MGM hat schon versprochen, 2012 zum Bond-Jahr zu erklären. Dazu zählen auch unendlich viele Merchandising-Artikel.

Wird Sam Mendes auch den 24. Bond-Film inszenieren? Er antwortet: „Fragen Sie mich in sechs Monaten noch mal.“ Nach dem Dreh.

Siegfried Tesche

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