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Kultur Viele niedersächsische Museen verzeichnen Besucherrückgang
Nachrichten Kultur Viele niedersächsische Museen verzeichnen Besucherrückgang
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07:51 22.12.2010
Ins Sprengel Museum kamen 2009 rund 138.000 Besucher. Quelle: dpa
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Das Sprengel Museum Hannover zählte 138 000 Besucher - weniger als halb so viele wie im Rekordjahr 2009. Das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim rechnet bis Ende des Jahres mit 55 000 bis 58 000 Gästen. Ins Braunschweigische Landesmuseum kamen nach 54 000 im Vorjahr nur 20 000 Besucher. Allerdings hatte das Haus das ganze Jahr über keine Leitung und keine Sonderausstellung. Viele Ausstellungsmacher machen den harten Winter mitverantwortlich für den Besucherrückgang.

Dagegen blickt das Kunstmuseum Wolfsburg mit 93 000 Gästen auf das erfolgreichste Jahr in der 16-jährigen Geschichte des Hauses zurück. „Die Ausstellungen zu James Turrell, Rudolf Steiner und Alberto Giacometti waren und sind der Mittelpunkt des Besucherinteresses“, teilte das Wolfsburger Museum mit. Trotz Interims-Lösung haben 38 500 Menschen dem Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig 2010 die Treue gehalten. Da das Haupthaus bis 2013 für mehr als 25 Millionen Euro saniert wird, ist das Museum in die Burg Dankwarderode gezogen.

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Das Höhlen-Erlebnis-Zentrum Bad Grund im Kreis Osterode, das unter anderem einen Harzer Familienclan aus der Bronzezeit vorstellt, verzeichnete einen leichten Besucher-Rückgang auf rund 68 000. Grund sei der lange Winter, in dem weniger Gäste den Weg zur Iberger Tropfsteinhöhle gefunden haben, sagte eine Sprecherin. Konstante Besichtigungszahlen um die 30 000 verzeichnet dagegen das Zisterzienserkloster Walkenried im Südharz. Das Mönchehausmuseum für moderne Kunst in Goslar sei mit 15 000 Besuchern „ganz zufrieden“, sagte Leiterin Bettina Ruhrberg.

„Durch den langen Winter sind alle Häuser auf der Strecke geblieben“, sagte der Direktor der Kestnergesellschaft Hannover, Veit Görner. In sein Haus kamen 19 500 Gäste, ein Drittel weniger als 2009, das durch die äußerst erfolgreiche „Bookmarks“-Schau herausstach. Görner erhofft sich von einer Nicht-Besucher-Befragung Anregungen, was verbessert werden muss. „Kulturroutinen haben sich verändert“, sagte der Chef der Kestnergesellschaft. „Die Menschen haben die Wahl zwischen immer mehr Angeboten und entscheiden sich immer kurzfristiger.“

Der Direktor des Sprengel Museums, Ulrich Krempel, berichtete: „Im Moment haben wir viele wetterbedingt abgesagte Termine von auswärtigen Gruppen.“ Er sei aber mit der Besucherzahl „ganz zufrieden“. 2009 hatte das Museum insgesamt 341 000 Gäste - dank der großen „Marc, Macke, Delaunay“-Schau. Einige Museen, unter anderem in Osnabrück und Oldenburg, wollen ihre Jahresbilanz erst im Januar 2011 veröffentlichen.

dpa

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