Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Violinwettbewerb kürt gleich zwei Sieger
Nachrichten Kultur Violinwettbewerb kürt gleich zwei Sieger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:10 14.10.2012
Von Stefan Arndt
Im Rausch des Solos: Die Koreanerin Dami Kim. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Anzeige
Hannover

Überraschung beim Internationalen Joseph-Joachim-Violinwettbewerb: Nach zwei Vorspielwochen gibt es nicht den einen Sieger – erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs wird der erste Preis doppelt vergeben. Er geht an die Koreanerin Dami Kim und Alexandra Conunova-Dumortier, die aus Moldawien stammt und derzeit an der hannoverschen Musikhochschule studiert. Ein zweiter Platz wurde nicht vergeben, Dritter wurde der Deutsche Tobias Feldmann, der ebenfalls den mit 5000 Euro dotierten Kritikerpreis und den Publikumspreis erhielt.

Conunova-Dumortier spielte bereits am Donnerstag das Konzert von Jean Sibelius und hinterließ damit den insgesamt stärksten Eindruck in der Finalrunde. Die Geigerin zeigte sich mit blitzsauberen Doppelgriffen nicht nur weitgehend unbeeindruckt von den technischen Schwierigkeiten des Werkes. Die 24-Jährige hatte an diesem Abend auch musikalisch viel zu bieten. Wenn sie spielt, klingt es, als stelle sie Fragen. Ihre Kollegen hatten vor allem Antworten parat.

Anzeige

Das gilt auch für die 23-jährige Dami Kim, die in diesem Jahr bereits zwei weitere wichtige Wettbewerbe gewonnen hatte. Ihr Beethoven-Konzert tönte zunächst eher konventionell. Die Triolenketten, die den ersten Satz rhythmisieren, tönten wenig lebendig, fast mechanisch, und nicht immer waren Klang und Lautstärke ihrer Geige ganz ausgewogen. Doch dann kam die Kadenz: Kim hatte die altbekannte vom Wettbewerbsnamensgeber Joseph Joachim gewählt – und ließ sie doch ganz neu klingen. Wie in einem Rausch spannte sie fast die gesamte Solopassage unter einen großen Bogen. Der Klang, der zuvor noch fest und etwas gedrückt erschienen war, begann wunderbar zu leuchten. Ein Glücksmoment für Musiker und Zuhörer.

Auf den musste Tobias Feldmann vergeblich warten. Sein Sibelius-Konzert wirkte nicht immer ganz zwingend. Irritierend war sicher das Feuerwerk vom Schützenplatz, das mit dumpfen Schlägen bis ins ausverkaufte Funkhaus zu hören war.  Doch auch das Zusammenspiel mit der NDR Radiophilharmonie verlief nicht vollständig befriedigend. Tatsächlich war der physisch sehr präsente, aber nicht immer ganz flexible Dirigent Hannu Lintu für alle Kandidaten ein zusätzlicher Prüfstein.

Gut gelang die Abstimmung mit dem 17-jährigen Koreander In Mo Yang, der sich mit dem Tschaikowsky auf den vierten Platz spielte. Die Japanerin Airi Suzuki reichte ein hervorragendes erstes Schostakowitsch-Konzert (nur) zu einem sechsten Platz, den sie sich nun mit der Koreanerin Bomsori Kim teilt.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Mehr zum Thema

Die Finalisten im Joseph-Joachim-Violinwettbewerb stehen fest. Für die sechs Musiker geht es am Donnerstag und Freitagabend in die Finalrunden. Unter ihnen ist auch der einzige deutsche Teilnehmer Tobias Feldmann.

Rainer Wagner 10.10.2012

Wenn es um Mozart geht, wird es ernst beim Internationalen Violinwettbewerb Hannover - und heiter.

Rainer Wagner 08.10.2012
Kultur Violinwettbewerb - Der deutsche Geiger

Der Internationale Violinwettbewerb Joseph Joachim in Hannover ist im vollen Gange. Unter den 36 Teilnehmern, die die erste Runde bestreiten, ist Tobias Feldmann der einzige Deutsche.

Jutta Rinas 03.10.2012
Kultur Erfinder des Begriffs „Ostalgie“ - Ostalgiker Uwe Steimle bezeichnet sich als Kleinbürger
12.10.2012
12.10.2012
12.10.2012