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Kultur Walburg: „Die zweite Luft unter den Flügeln“
Nachrichten Kultur Walburg: „Die zweite Luft unter den Flügeln“
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21:04 03.01.2013
Von Ronald Meyer-Arlt
Hannovers Schauspielintendant Lars-Ole Walburg.
Hannovers Schauspielintendant Lars-Ole Walburg. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Die Ministerin klang ganz gelöst: „Wir glauben, dass es jetzt einfache Jahre werden“, sagte Niedersachsens Kulturministerin Johanna Wanka am Donnerstag im Anschluss an eine Sitzung des Aufsichtsrats der Staatstheater-GmbH. Zuvor hatte sie verkündet, dass der Vertrag mit Hannovers Schauspielintendant Lars-Ole Walburg um drei Jahre verlängert werden soll. Der neue Vertrag des Intendanten endet im Jahr 2017.

Herr Walburg, Ihr Vertrag als Intendant wurde gerade um drei Jahre verlängert. Wie fühlt sich das an?

Toll. Denn ich weiß jetzt, wie es für mich, für den Betrieb, aber auch für meine Familie weitergeht. Ich bleibe in Hannover und freue mich darauf, mit dieser Perspektive hier eine zweite Luft unter die Flügel zu bekommen.

Worauf sollen sich die Zuschauer einstellen?

Wir werden versuchen, hier weiterhin gutes Theater zu machen. Dabei hoffen wir natürlich, dass wir mit den Themen, die wir setzen, und den Stücken, die wir machen, ganz unterschiedliche Publikumssegmente erreichen.

Das Thema Atomkraft, dem sich Ihr Theater auch gewidmet hat, ist ja gut abgearbeitet. Was sind die nächsten großen Themen, denen sich das Schauspiel Hannover stellen wird?

Es gibt viele wichtige Themen, die wir für die nächste Spielzeit diskutieren. Für mich sind dabei zwei Themen besonders wichtig: die Verteilungsungerechtigkeit und Chancenungleichheit in der Gesellschaft. Bei uns ist das nicht so extrem wie etwa in Spanien, wo es 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit gibt, aber es ist dennoch ein wichtiges und ernst zu nehmendes Problem. Ich persönlich werde aber kein entsprechendes Stück inszenieren, weil ich mich mit anderen Projekten beschäftige.

Mit welchen?

Für den Beginn der kommenden Spielzeit plane ich ein Stück mit dem Arbeitstitel „Angsthotel Europa“. Es geht um Europa, das sich einmauert und Angst vor dem Fremden hat.

Ganz ehrlich: Hätten Sie es gern gesehen, wenn Ihr Vertrag um weitere fünf Jahre verlängert worden wäre?

Nein. Ich wollte drei Jahre. Denn die Zeit ist lang genug, um herauszufinden, ob wir wirklich beim Publikum ankommen. Falls wir das nicht schaffen sollten, wäre mir eine Leidenszeit vom fünf Jahren entschieden zu lang.

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